Donnerstag, 18. Februar 2021

Impfung: Italien drückt aufs Gaspedal – Armee wird eingesetzt

Unter dem Druck des neuen Premierministers Mario Draghi ändert Italien seinen Impfplan.

In Italien wird auf Hochtouren geimpft.
In Italien wird auf Hochtouren geimpft. - Foto: © ANSA / Massimo Percossi / Z49
Im Land sollen die Armee und der Zivilschutz bei der Impfung der Bevölkerung eingesetzt werden. Die Zahl der Impfstellen soll ausgedehnt werden. Unter anderem sollen Menschen auch in Kasernen und Sporthallen immunisiert werden. Außerdem werden die örtlichen Krankenhäuser und das Netz der Hausärzte gestärkt.

300.000 ehrenamtliche Helfer sollen die Gesundheitsbehörden bei der Impfkampagne unterstützen. Ziel ist, bis zu einer halben Million Menschen pro Tag zu immunisieren. Bisher haben 3,1 Millionen Italiener die erste Impfdosis erhalten. Italien solle so rasch wie möglich wieder zum normalen Schulbetrieb zurück kommen, forderte Premier Draghi in seiner Ansprache vor dem Senat am Mittwoch. Präsenzdidaktik müsse gefördert werden. Außerdem müsse alles getan werden, um die verlorenen Unterrichtsstunden wettzumachen.

Die italienische Arzneimittelbehörde empfiehlt den Corona-Impfstoff von Astrazeneca inzwischen für Erwachsene bis zum Alter von 65 Jahren. Bisher war die Altersgrenze 55 Jahre. Ältere Menschen sollen dagegen mit den auf mRNA-Technologie basierenden Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna geimpft werden.

Sorge wegen der Virus-Mutationen

Inzwischen wächst in Italien die Sorge wegen der Virus-Mutationen, die sich im Land verbreiten. In Neapel ist eine seltene Covid-19-Mutation nachgewiesen worden, die in Italien bisher noch nie gemeldet worden war. Die Mutation wird mit dem Code B.1.525 bezeichnet, von der es bisher lediglich 32 Fälle in Großbritannien gab .

Wenige andere Fälle wurden in Nigeria, Dänemark und in den USA gemeldet, teilte die Region Kampanien mit. Die Variante wurde von einem Labor in Zusammenarbeit mit der neapolitanischen Universität „Federico II“ getestet. Positiv auf diese Variante wurde eine von einer Reise aus Afrika zurückgekehrte Person gemeldet. Jetzt wird nach den Menschen gesucht, mit denen der positiv getestete Mann in Kontakt gekommen ist.

Auch in Südtirol wurden bereits Coronavirus-Varianten festgestellt und daraufhin schärfere Maßnahmen erlassen.

apa/dpa/stol

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