Montag, 30. November 2020

Impfung: Kein Zwang, sondern Überzeugungsarbeit

Italien will keine Impfpflicht gegen die Corona-Pandemie einführen. Vielmehr denke die Regierung an eine „großangelegte Überzeugungskampagne“, um die Bevölkerung zur Impfung zu bewegen, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza.

Der Impfstoff sei ein Weihnachtsgeschenk, sagte der Präsident von Italiens Oberstem Gesundheitsrat, Franco Locatelli.
Der Impfstoff sei ein Weihnachtsgeschenk, sagte der Präsident von Italiens Oberstem Gesundheitsrat, Franco Locatelli. - Foto: © APA (dpa/Archiv) / Christoph Schmidt
Die Regierung hofft, dass damit die „Herdenimmunität“ erreicht werden könne. „In einer ersten Phase werden wir nur über wenige Impfdosen verfügen, daher werden wir entscheiden müssen, wer Priorität bei den Impfungen haben soll. Wir beginnen bei den Personen an der vordersten Front im Kampf gegen die Epidemie. Ich denke vor allem an das Gesundheitspersonal, danach an Senioren, die an Krankheiten leiden“, erklärte der Gesundheitsminister. Er hoffe, dass die Impfkampagne Ende Jänner beginnen könne.

Der Präsident von Italiens Oberstem Gesundheitsrat (CTS), Franco Locatelli, kündigte an, dass ab 15. Jänner 2021 die Impfkampagne beginnen könne. Italien verhandle mit den Pharmakonzernen Pfizer und Moderna über den Erwerb. Der Impfstoff sei das „Weihnachtsgeschenk“ an die Italiener, sagte Locatelli.

Die Regierung arbeitet an Auflagen für die Weihnachtszeit, die am Dienstag verabschiedet und am kommenden Freitag in Kraft treten sollten. Laut Gesundheitsminister Speranza soll eine seit Anfang November geltende Ausgangssperre von 22 bis 6 Uhr weiterhin in Kraft und auch zu Weihnachten und Silvester aufrecht bleiben. Der Minister rief zu einem schlichten Weihnachten mit wenig sozialen Kontakten auf, um die Zahl der Neuinfektionen nicht wieder zu erhöhen.

apa

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