Montag, 10. Mai 2021

Impfungen beim Hausarzt rollen an

Die Impfkampagne gegen Covid-19 schreitet in Südtirol weiter voran. Ab Mittwoch gibt es dabei Unterstützung durch Südtirols Hausärzte. Wie Dr. Eugen Sleiter, Gemeindearzt in Dorf Tirol, gegenüber STOL erklärt, werden sie in ihren Praxen bis zu 5 Personen pro Woche mit dem Vakzin von Johnson&Johnson impfen.

Hausärzte verimpfen in ihren Praxen den Impfstoff von Johnson & Johnson.
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Hausärzte verimpfen in ihren Praxen den Impfstoff von Johnson & Johnson. - Foto: © shutterstock
„Bisher haben Hausärzte in Südtirol noch keine Corona-Impfungen in ihren Praxen durchgeführt. Zahlreiche Kollegen haben aber schon Erfahrung mit dem Impfstoff in den Impfzentren oder den Seniorenheimen gesammelt“, erklärt Dr. Sleiter.

Noch in dieser Woche soll sich das ändern: Bis innerhalb vergangenen Freitag mussten die Hausärzte die Impfstoff-Bestellung bei der zentralen Verteilungsstelle deponieren. Nun warten die 166 Ärzte, die sich an der Impfkampagne beteiligen, auf die Lieferung des Johnson&Johnson – Vakzins.

Ab Mittwoch soll der Impfstoff bei den Hausärzten eintreffen: „Jeder Arzt erhält eine Ampulle des Vakzins pro Woche. Der Inhalt entspricht 5 Impfdosen, womit wir dann 5 Personen pro Woche impfen können. Da es sich um den Impfstoff von Johnson&Johnson handelt, genügt eine einzige Impfung, um den vollen Impfschutz zu erhalten. “

Beim Impfstoff „Janssen“ des US-Produzenten „Johnson und Johnson“ handelt es sich um einen sogenannten Vektorimpfstoff. Als einziger in der Gruppe der derzeit verfügbaren Impfstoffe (BioNtech, AstraZeneca, Moderna) benötigt man keine Zweitimpfung, bis der volle Impfstoff erreicht ist.

Zur Impfung anmelden können sich alle Bürger über 60 und jene, die die Voraussetzungen gemäß geltendem Impfplan erfüllen direkt bei ihrem Hausarzt. „Wichtig ist hier zu erwähnen, dass die Impftermine gut organisiert sein müssen: Sobald die Ampulle einmal angebrochen ist, müssen alle 5 Impfdosen in relativ kurzer Zeit, etwa an einem Vormittag, verimpft werden“, betont Dr. Sleiter. Es sei durchaus vorstellbar, dass die Zahl von 5 Impfungen pro Woche durch den Hausarzt in Zukunft auch noch gesteigert werde.

Der Arzt ist davon überzeugt, dass die Beteiligung der Hausärzte einen wichtigen Beitrag zum weiteren Fortschreiten der Impfkampagne in Südtirol liefern kann. Die Impfung werde so für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht zum Termin in den Impfzentren kommen konnten oder für Risikopatienten erleichtert.

„Außerdem denke ich, dass Vertrauen beim Thema Impfung häufig eine wichtige Rolle spielt. Ich habe schon erlebt, dass Patienten gesagt haben, ihnen sei egal, welchen Impfstoffe sie bekommen, Hauptsache ich würde sie impfen, weil ich sie und ihre Krankengeschichte genau kenne,“ so der Gemeindearzt.

Mit schwerwiegenden Nebenwirkungen durch die Corona-Impfung habe Dr. Sleiter noch keine Erfahrung gemacht: „In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass es in Folge der Impfung zu Fieber oder grippeähnliche Symptomen kommt, wie es auch bei der gewöhnlichen Grippe-Impfung der Fall sein kann.“

In Südtirol wurden bisher 224.808 Impfstoffdosen verabreicht (Stand 9. Mai). In der Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen haben bisher knapp 2 Drittel die erste Impfung erhalten.


pho