Mittwoch, 30. Juni 2021

Impfungen: Kompatscher versagt

Südtirols Impfmotor stottert. Erst 49,2 Prozent und damit weniger als die Hälfte der Bevölkerung hat eine erste Impfung bekommen. Landeshauptmann Arno Kompatscher führt das im „Corriere della Sera“ auf „den Einfluss aus Deutschland“ und am Dienstag im Landtag sogar auf die Nazi-Vergangenheit zurück. Weit daneben, denn in Deutschland und Österreich liegen die Impfraten deutlich höher.

Landeshauptmann Arno Kompatscher
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Landeshauptmann Arno Kompatscher - Foto: © Screenshot
Sand im Getriebe der Südtiroler Impfmaschinerie: So sehr der Landeshauptmann auch die geografische und kulturelle Nähe zu Deutschland ins Feld führt, der Vergleich hält nicht.

In Südtirol haben 49,2 Prozent der Bevölkerung (Stand 28. Juni) eine erste und 31,4 Prozent der Bürger auch die 2. Impfung erhalten.

In Deutschland sind 35,8 Prozent der Bevölkerung komplett geimpft. 54 Prozent haben eine erste Impfung erhalten.

Auch im Vergleich zu Österreich liegt Südtirol hinten: 52,5 Prozent erhielten den ersten Piks; 33 Prozent auch den zweiten.

Wenig glorreich ist der Blick nach Süden: 79,8 Prozent der 60-bis 69-Jährigen haben laut Ministeriumsdaten italienweit eine erste Impfung erhalten: In Südtirol sind es 73,5 Prozent.

Bei den Erstimpfungen in den Altersheimen liegt der staatsweite Schnitt bei 99,6 Prozent – jener in Südtirol bei 80.

Fazit: Die Impfwilligkeit ist mau. Nicht, weil wir nach Deutschland blicken, sondern weil die Information über Vorteile der Impfung fehlt, welche die Nachteile weit überwiegen. Dazu trägt der Schlingerkurs der Landesregierung bei.

Ab dem morgigen Donnerstag gilt der EU-Pass zwar für Erwachsene in mehr Bereichen als beim Staat. 33.000 Mitglieder in Musikkapellen, Chören und Feuerwehr dürfen aber weiter mit Nasentest zur Probe.

Wer Impfmuffeln aber ständig den roten Teppich ausrollt (und dies ist nur ein Beispiel), darf sich nicht wundern, wenn viele mit dem Piks auf Herbst warten. Dann aber ist es zu spät. Es dauert Wochen, bis der Impfzyklus mit vollem Schutz abgeschlossen ist, inzwischen füllen sich Spitäler, der Lockdown ist unausweichlich.

dol