Dienstag, 01. September 2020

Düstere Prognose: Marmolata-Gletscher könnte in 15 Jahren verschwunden sein

Der Marmolata-Gletscher in den Dolomiten in der Grenzregion von Südtirol, Trentino und Venetien hat nur noch 15 Lebensjahre vor sich. Laut Glaziologen der Universität Padua hat der Gletscher in den letzten 70 Jahren 80 Prozent seines Volumens verloren und reduzierte sich von 95 Mio. Kubikmeter im Jahr 1954 auf 14 Mio. Kubikmeter 2020. Laut Prognosen könnte der Gletscher 2035 verschwunden sein.

Laut Prognosen könnte der Marmolata-Gletscher 2035 verschwunden sein.
Laut Prognosen könnte der Marmolata-Gletscher 2035 verschwunden sein. - Foto: © ANSA / Renato Colucci
Die Marmolata ist mit seinen 3343 Metern der höchste Berg der Dolomiten. Der Gletscher erstreckt sich auf einer Höhe zwischen 2700 und 3300 Meter. Grund für die Schmelze sind die höheren Temperaturen der letzten Jahre.

Von 500 Hektar auf 123 Hektar geschrumpft

An einigen Punkten sei der Gletscher lediglich 2 Meter dicht, im Sommer schmelze er dadurch besonders schnell. Die Fläche des Gletschers sei von 500 Hektar 1999 auf 123 Hektar 2018 geschrumpft, berichtete Mauro Varotto, Professor der Universität Padua laut der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.


Anhand des umfangreichen Datenmaterials konnten 3D-Modelle des Gletschers erstellt werden. Diese haben nicht nur eine genaue Darstellung seiner morphologischen Eigenschaften, sondern auch der in 15 Jahren eingetretenen volumetrischen Veränderungen ermöglicht. Die freigelegten Felswände würden wegen der im Vergleich zum Eis höheren Absorption der Sonneneinstrahlung für eine zusätzliche Aufheizung sorgen.

apa/stol