Der aktuelle Notstand ist auch darauf zurückzuführen, dass Medikamente in großen Mengen in andere EU-Länder exportiert werden. Aus einem einfachen Grund. <BR /><BR />Unter anderem sind Antibiotika für Kinder nur mehr schwer erhältlich. Viele Pädiater und Kinderärzte-Vereinigungen haben das Gesundheitsministerium bereits über die Probleme aufgrund des Antibiotikum-Engpasses informiert. Während es vorher zu vorübergehenden Engpässen gekommen sei, gebe es jetzt größere Schwierigkeiten. Die Pädiaterin Dr. Pedevilla weist darauf hin, wie wichtig auch deshalb die Grippe-Impfung sei, auch für die Kinder. <BR /><BR />Laut dem Vahrner Kinderarzt Dr. Günther Goller gibt es nicht nur ein eingeschränktes Angebot von Antibiotika, sondern auch von schmerzstillenden und fiebersenkenden Säften. „Überlegenswert wäre eine sinnvolle Vernetzung zum Informationsaustausch der Apotheken mit den Basisärzten, um zumindest wöchentlich zu wissen, welche Medikamente – insbesondere bei den Antibiotikasäften – in den umliegenden Apotheken erhältlich sind. Das therapeutische Angebot kann dadurch angepasst werden und man würde verhindern, dass die Kindseltern mit der Verschreibung in zig Apotheken vorstellig werden müssen bzw. der Arzt eine Neuverschreibung ausstellen muss“, schreibt Dr. Goller. <h3> Medikamente werden exportiert</h3> Der Vorsitzender der Apothekervereinigung Federfarma, Dr. Matteo Paolo Bonvicini, berichtet, dass einige Großhändler große Mengen an Medikamente in andere EU-Länder exportieren würden, wo beim Verkauf höhere Preise erzielt werden als in Italien. In Italien seien die Medikamentenpreise EU-weit am niedrigsten. Die gesamtstaatliche Arzneimittelagentur AIFA habe vor Jahren festgelegt, dass für die Medikamente der EU-weit niedrigste Preis rückvergütet werde. Das sei einer der Gründe, weshalb sich ein Medikamenten-Engpass verschärfen könne, so Bonvicini. <BR /><BR />Der Kurtiniger Kinderarzt Dr. Alfons Haller teilt inzwischen beim Verschreiben eines Antibiotikums den Eltern gleichzeitig mit, dass sie – wenn das Medikament für das Kind in der Apotheke nicht verfügbar ist – ihn sofort von der Apotheke aus anrufen sollen. Dann trete er als Kinderarzt gleich mit der Apotheke in Kontakt und schaue, welches Antibiotikum sonst noch verfügbar ist, und suche dann eines aus, „welches am ehesten tragbar ist“. Er schicke dann sofort digital das Rezept. So müsse er als Kinderarzt inzwischen bei jeder Antibiotikum-Verschreibung vorgehen. <BR /><BR />