Samstag, 28. Januar 2017

In Deutschland gebaute Satellitenplattform ins All gestartet

Erstmals seit einem Vierteljahrhundert ist wieder ein in Deutschland entwickelter und gebauter Telekommunikationssatellit ins All gestartet: Planmäßig am Freitag (Ortszeit) hob der Satellit „Hispasat 36W-1“ an Bord einer Sojus-Rakete vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou im südamerikanischen Französisch-Guyana ab.

Mit einer Sojus-Rakete wurde die Satellitenplattform ins All befördert. - Symbolbild
Mit einer Sojus-Rakete wurde die Satellitenplattform ins All befördert. - Symbolbild - Foto: © APA/EPA

„Hispasat 36W-1“ soll in 36.000 Kilometern Höhe in einem geostationären Orbit arbeiten. Der Satellit des spanischen Telekommunikationsdienstleisters Hispasat ist der erste des neuen, von Deutschland geführten Programms SmallGEO, das von der Europäischen Weltraumagentur ESA gefördert wird. SmallGeo ist eine Plattform für kleinere, flexibel einsetzbare Satelliten mit dem vergleichsweise geringen Gewicht von drei Tonnen.

Entwickelt und gebaut wurde SmallGEO vom Bremer Raumfahrtkonzern OHB System. Das Raumfahrtmanagement des DLR unterstützt das SmallGEO-Programm mit rund 150 Millionen Euro aus Mitteln des deutsche Wirtschaftsministeriums und ist damit der größte Beitragszahler dieses ESA-Programms.

Ein Meilenstein

Der Jungfernflug von SmallGEO gilt als Meilenstein, weil Deutschland damit erstmals seit einem Vierteljahrhundert wieder als Anbieter für den Bau von Satelliten im kommerziell wichtigen und wachsenden Telekommunikationsmarkt auftritt.

Die SmallGEO-Satellitenplattform ist flexibel einsetzbar. Sie soll unter anderem in dem deutschen Technologieerprobungssatelliten „Heinrich Hertz“ genutzt werden, der 2020 ins All starten soll.

apa/afp

stol