Lukas Rastner vom Lawinenwarndienst geht davon aus, dass es sich bei dem Lawinenunfall am Samstagnachmittag mit fünf Toten höchstwahrscheinlich um ein sogenanntes „Altschneeproblem in Kombination mit Triebschnee“ gehandelt hat – und die Lawine sei dann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ausgelöst worden. <BR /><BR />In dieser Altschneedecke seien wahrscheinlich Schwachschichten vorhanden gewesen. Neuschnee der Tage davor habe sich dort wohl abgelagert und mit dem Wind habe sich dann ein Schneebrett gebildet. Laut Rastner handelte es sich um eine „mittlere Lawine“. Eine 20 Zentimeter mächtige Schneeschicht sei dann abgebrochen.<h3> Bereits eine kleine Lawine ist in solchen Lagen tödlich</h3>In diesem extremen Steilgelände sei jede Lawine lebensgefährlich: Bereits eine kleine Lawine reiche aus, um einem Kletterer tödliche Verletzungen zuzufügen, die er aufgrund des Absturzes erleide. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1233825_image" /></div> <BR /><BR /> Deshalb habe man in dem Blog des Lawinenwarndienstes am 23. Oktober explizit auf die Lawinengefahr in solchen Eiswänden hingewiesen. Und der Lawinenwarndienst hatte dabei auch an den Lawinenunfall vor einem Jahr erinnert. Am 23. November 2024 waren zwei Eiskletterer an der Nordwand der Vertainspitze ebenfalls von einem Schneebrett mitgerissen worden, der 33-jährige Österreicher Christof Hiller war dabei ums Leben gekommen, sein 27-jähriger Kamerad konnte verletzt gerettet werden.<BR /><BR />Einen Lokalaugenschein wird der Lawinenwarndienst bei der Vertainspitze nach diesem Unfall am Samstag mit fünf Toten nicht durchführen, sagt Rastner. Von dieser Lawine sehe man sicherlich nichts mehr. Ein Lokalaugenschein habe deshalb keinen Sinn mehr – und wäre zudem zu gefährlich.<h3> Derzeit kein täglicher Bericht über Lawinengefahr</h3>Derzeit veröffentlicht der Lawinenwarndienst noch keine tägliche Prognose der Lawinengefahr im Lande. Der tägliche Lawinengefahrenbericht startet routinemäßig erst mit 1. Dezember – außer es gibt bereits vorher relevante Schneefälle bis auf 2000 Meter, sagt Günther Geier vom Amt für Meteorologie und Lawinenwarnung. Bis dahin werden aber Mitteilungen und Blogeinträge zu verschiedenen Themen verfasst. „Wir müssen warten, bis unsere Berichte auf Daten basieren können und bis wir genug Rückmeldungen aus dem Gelände haben“, erklärt Rastner. Und zudem gelte es auch abzuwarten, bis die automatischen Schneemessfelder eingeschneit seien. <BR /><BR />„Wenn alle Schneemessfelder auf 2000 bis 2200 Metern Höhe noch schneefrei sind, dann haben wir wenig Daten“, sagt Rastner. Und derzeit seien auch nur wenige Leute mit Skiern unterwegs – „von Skitouren sind wir noch weit entfernt“, meint Rastner. Die Zahl der Eiskletterer sei eher klein. Aus einem Gelände wie bei der Vertainspitze habe man kaum Infos und man könne auch kaum Infos darüber veröffentlichen. Dessen müssten sich Kletterer klar sein, die sich in solche Wände begeben: „Sie müssen sich bewusst sein, in welches Gelände sie sich begeben und wie der Schneedeckenaufbau vor Ort ist“, betont Rastner. <BR /><BR />Der Lawinenwarndienst beschreibe in seinem Blog, was in einer solchen Nordwand schneedeckentechnisch passieren könne. Kletterer müssen dann aber vor Ort selbst die Bewertungen vornehmen.