Die Landesregierung behandelt dieser Woche das Bautenprogramm des Wobi bis 2033. Nachfrage und Angebot klaffen auseinander.<BR /><BR /> Bis 2026 werden 242 Wohnungen errichtet. Für weitere 375 ist Baugrund in Aussicht. Diesen 617 Wohnungen stehen aber schon jetzt 718 Wobi-Gesuche mit 25 Punkten gegenüber. Insgesamt brauchen die Gemeinden bis 2033 stolze 4805 Wohnungen. „Vor allem Bozen und Meran fordern, stellen aber kaum Baugrund bereit“, ärgert sich Wobi-Verwaltungsrat Tony Tschenett. <BR /><BR />Über 30.000 Menschen leben in Wohnungen des Instituts für den sozialen Wohnbau (Wobi). Von 13.400 Wohnungen sind 12.500 vermietet. Jährlich werden einige 100 Wohnungen über Sanierungen wieder neu vergeben. Doch das reicht eindeutig nicht.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="944188_image" /></div> <BR /><BR />Dies belegen die Zahlen, die Landesrätin Waltraud Deeg der Landesregierung vorlegt. Nachdem das Bautenprogramm des Wobi ausläuft, geht es heute um die Aktualisierung bis 2033. „Dazu wurden alle Gemeinden angeschrieben“, so Deeg. Erhoben wurde der Bedarf an Sozialwohnungen, aber auch von anderen mit dem neuen Wohnbaugesetz möglichen Formen wie leistbares Wohnen (Landesmietzins). Erhoben wurde auch, welche Baugründe die Gemeinden fürs Wobi bereit stellen.<BR /><BR /> Das Bild ist durchwachsen: 18 Gemeinden (Altrei, Andrian, Barbian, Hafling, Kiens, Kurtinig, Lajen, Laurein, Pfalzen, Prags, Prettau, Proveis, Salurn, Sarntal, St. Martin in Passeier, Tiers, Waidbruck, Welschnofen) haben keinen Bedarf an sozialen oder leistbaren Wohnungen. Demgegenüber steht aber eine gewaltige Nachfrage aus Bozen mit 1250, Meran mit 950 Wohnungen, Brixen mit 210, Bruneck mit 230, Leifers mit 160 und Lana mit 96 Wohnungen. Interessant: Bozen hat null Interesse am leistbaren Wohnen. In Brixen und Bruneck besteht hingegen mehr Interesse an Wohnraum zum (etwas teureren) Landesmietzins als an reinen Sozialwohnungen.<h3> Zu wenig Flächen zur Verfügung</h3>Der momentane Bedarf liegt dem Land bereits über die Wobi-Ranglisten vor. Derzeit liegen 3784 Gesuche auf, davon allein 1380 aus Bozen und 454 aus Meran. „Viele fallen demnächst in eine andere Zielgruppe wie das leistbare Wohnen“, so Deeg. 718 weisen aber 25 Punkte und mehr für den sozialen Bedarf auf.<BR /><BR />Mau schaut es hingegen mit der Verfügbarkeit von Baugrund aus. „Wir hätten es uns leicht machen können und zum Beispiel das Bozner Bahnhofsareal einbeziehen können, wo 500 Sozialwohnungen entstehen sollen oder auch Kasernenareale wie in Bruneck. Das haben wir nicht getan“, sagt Deeg. Für das Bautenprogramm herangezogen wurden nur Flächen, die verfügbar sind und deren Finanzierung gesichert ist. Dies trifft für 242 Wohnungen in 12 Gemeinden zu. „Diese werden realistisch bis 2026 gebaut“, sagt Landesrätin Deeg. Hinzu kommen weitere 375 Wohnungen in 15 Gemeinden, die Baugründe in Aussicht gestellt haben. Macht unterm Strich 617 Wohnungen.<BR /><BR /><embed id="dtext86-61436542_quote" /><BR /><BR /> Alle Gemeinden arbeiten an Entwicklungsprogrammen. Sobald neue Verfügbarkeiten da sind, werden sie ins Programm aufgenommen. „Das große Problem ist und bleibt aber, dass das Wobi zu wenig Flächen zur Verfügung hat – besonders in den Städten“, sagt Deeg.<BR /><BR />In diese Kerbe schlägt auch ASGB-Chef Tony Tschenett, der die Gewerkschaften im Wobi-Verwaltungsrat vertritt. „Vor allem Bozen und Meran sollten sich an die Nase greifen. Dort ist der Bedarf groß. Fordern allein reicht aber nicht“, so Tschenett. Was jetzt in Bozen verbaut werde, habe eine lange Vorgeschichte. Flächen kämen kaum dazu. <BR /><BR /><BR /><BR />