Der Busfahrer arbeitet seit 10 Jahren für das von der SASA beauftragtes Subunternehmen Taxi Lampe. Am vergangenen Donnerstag war er auf der Buslinie Partschins eingesetzt.<BR /><BR />Als Simone Nettl vom Bahnhof Töll kommend in Richtung Etsch-Brücke unterwegs war, um in die Vinschgauer Staatsstraße einzubiegen, kam ihm ein Pkw mit deutschem Kennzeichen und einem zwischen 65 und 70 Jahre alten Paar an Bord entgegen.<BR /><BR />Da der 13 Meter lange Bus beim Abbiegen in Richtung Etsch-Brücke viel Platz benötigt, deutete Simone Nettl der Autolenkerin, sie möge zurückfahren. Denn hinter seinem Bus befanden sich 3 Fahrzeuge, die es ihm unmöglich machten, selbst den Rückwärtsgang einzulegen. Doch die Frau war mit der Situation vollkommen überfordert und schaffte es nicht zurückzusetzen.<BR /><BR />Schließlich erbarmten sich die Fahrzeuge hinter dem Bus und fuhren rückwärts, so dass Simone Nettl seinen Bus zurücksetzen konnte. Der Busfahrer deutete der Autolenkerin, dass sie nun an ihm vorbeifahren könne. Die Frau geriet aber in der Aufregung mit dem Pkw auf das Bahngleis und blieb stecken. <BR /><BR /><embed id="dtext86-64770161_quote" /><BR /><BR />Beide Fahrzeuginsassen stiegen aus dem Auto, vermutlich um nachzusehen, was geschehen war. Aber plötzlich begannen sich die Bahnschranken zu senken. Der Pkw wurden zwischen den beiden Schranken eingesperrt.<BR /><BR />Simone Nettl sprang aus dem Bus, der rund 2,5 Meter vor den Gleisen stand und rannte zur Schranke. Gemeinsam mit einem unbekannten Mann stemmten er die enorm schwere Schranke hoch. „Ich hätte nie gedacht, dass eine Schranke so schwer sein kann“, blickt er zurück. Doch Ausnahmesituationen verleihen offenbar Bärenkräfte. <BR /><BR />Mit durchgetretenem Gaspedal schaffte es der Deutsche schließlich, den Pkw vom Gleis zu bringen und die Schranke hinter sich zu lassen. „10 Sekunden später fuhr die Vinschger Bahn von Meran kommend vorbei“, schildert Simone Nettl immer noch unter dem Eindruck dieses aufwühlenden Ereignisses. „Das war wirklich ein emotionaler Moment.“