Samstag, 26. März 2016

In St. Ulrich krachen wieder die "Craces"

Wie es die Tradition will, werden auch in St. Ulrich während der Karwoche die „Craces“ wieder zum Leben erweckt. Sie ersetzen lautstark zwischen Gründonnerstag und Karsamstag den Klang der Kirchenglocken.

Vor der Pfarrkirche von St. Ulrich konnte bzw. kann man auch heuer wieder die "Craces" sehen und vor allem hören. - Foto: pas
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Vor der Pfarrkirche von St. Ulrich konnte bzw. kann man auch heuer wieder die "Craces" sehen und vor allem hören. - Foto: pas

Die "Craces" - oder auch "Ratschen" - verkörpern eine Jahrhundert alte Tradition. Ab dem Gloria der Messe am Gründonnerstag bis zur Ostermette in der Nacht von Karsamstag auf Ostersonntag wird in vielen katholischen Kirchengemeinden zu genau festgelegten Zeiten "geratscht". Die Ratschen erklingen zu jenen Zeiten, in denen die Kirchenglocken traditionsgemäß schweigen. 

In St. Ulrich war dies jeweils am Karfreitag und Karsamstag um 12 Uhr der Fall. Zum ersten Mal wurde heuer zudem auch am Karfreitag um 15 Uhr vor dem Wortgottesdienst "geratscht". 

Diese Cracia stammt aus dem Jahr 1768 und wird seitdem immer wieder verwendet. - Foto: pas

 

Mehrere Kinder und Erwachsene haben mehrmals fest an den „Craces“ gedreht und das laute Krachen ertönen lassen. Dies wurde dann in allen Richtungen drei mal wiederholt Auch eine „Terlaca“ war dabei. Es handelt sich dabei um ein eigenes Gerät, welches in frühen Jahren benutzt wurde, um die Ministranten-Glocken zu ersetzen.

Einige Pfarrmitglieder und der traditionsbewusste Mesner Alfred Obletter gehören seit Jahren zu den Promotoren des alten Brauches. Mehrere der verwendeten „Craces“ sind Anfang des 18. Jahrhundert angefertigt worden und funktionieren immer noch, einige wurden in den letzten Jahren originalgetreu nachgebaut.

pas

stol