Während die Wipptal Broncos Weihenstephan seit Dezember in der temporären Weihenstephan-Arena, einer mit einem „Ballon“ überdachten Eisfläche, wieder spielen, ragt das Trümmerfeld ihrer eigentlichen Heimstätte noch immer in den Himmel: Denn das Beweissicherungsverfahren zur Ursache des Einsturzes ist noch nicht abgeschlossen.<BR /><BR />Es war der 10. Februar 2021. Ein Anrainer hörte frühmorgens einen Knall. Beim Nachsehen entdeckte er, dass ein Teil des Daches der Eissporthalle eingestürzt war. Der Rest folgte in einem zweiten Schub: Um 7.10 Uhr meldete ein Spaziergänger der Feuerwehr den Einsturz. <BR /><BR />„Es muss eine ziemliche Druckwelle gegeben haben, da Bauschutt und Isoliermaterial verstreut herumliegen“, erzählte damals Simone Bressan, der Präsident des WSV Sterzing Broncos Weihenstephan, den „Dolomiten“. Der WSV Sterzing führt seit rund 20 Jahre die Halle, Eigentümerin ist die Gemeinde. <BR /><BR />Am Abend zuvor hatten noch 2 Hockey-Jugendmannschaften des Vereins in der Halle gespielt. Wegen der massiven Schneefälle hatte die Reinigungskraft entschieden, ihre Arbeit noch gleich anschließend zu verrichten statt wie üblich ab 5.30 Uhr des Folgetages. Ein Glücksfall, denn sonst hätte der Einsturz noch tragischer enden können. <BR />Wegen der Schneefälle wurde auch davon ausgegangen, dass der Neuschnee das Dach zum Einsturz gebracht hatte. <BR /><BR /><b>Staatsanwaltschaft ermittelt gegen 7 Personen</b><BR /><BR />Während die Broncos in den folgenden Wochen ihre spielerische Zukunft sichern mussten, leitete die Staatsanwaltschaft Bozen Ermittlungen zum Einsturz ein: vorerst gegen unbekannt, dann gegen 7 Techniker, die in der Sportstätte tätig gewesen waren – wegen Verdachts auf fahrlässige Verursachung des Einsturzes eines Bauwerkes (Art. 434 StGB). Ihre Verteidiger haben ein Beweissicherungsverfahren beantragt, das immer noch läuft. Die Gutachter von Anklage und Verteidigung müssen ihre Schlussfolgerungen noch vorlegen. Auch die Gemeinde hat sich in das Verfahren eingelassen. <BR /><BR />Die vom Richter ernannten Gutachter führen in ihrer Expertise die Einsturzursache auf planerische Mängel zurück. Nicht angemessen verankerte Dachträger dürften nachgegeben und einen Teil des Daches zum Einsturz gebracht haben, weitere Dachflächen folgten. Der Schnee auf dem Dach dürfte laut Gutachtern höchstens der Auslöser für den Einsturz gewesen sein.<BR /><BR /><b>Planungswettbewerb für Wiederaufbau</b><BR /><BR /> Die Trümmerruine der Eishalle ist bis heute nicht abgebrochen, sie ist zum Teil noch beschlagnahmt. Laut Bürgermeister Peter Volgger machen auch die Vertreter der Versicherung ihre Begutachtungen. <BR /><BR /><embed id="dtext86-52785525_gallery" /><BR /><BR />Der Abbruch dürfte nun im Zuge des Wiederaufbaus erfolgen. Volgger hofft, dass in den nächsten Tagen die Unterlagen des Technikers eingehen, auf deren Grundlage ein Planungswettbewerb für den Neuaufbau ausgeschrieben werden soll.<BR /><BR /><embed id="dtext86-52785521_quote" /><BR /><BR /> „Wir wollen keine Schickeria, sondern wieder eine Eishalle, die sich gut in die Sportzone einfügt, in der Hockey gespielt werden kann und sich das Wipptal treffen und wohl fühlen kann“, sagt Volgger, „mit 2000 bis maximal 3000 Tribünenplätzen“. Ideal wäre laut Volgger, wenn die heutige, provisorische Eishalle als zweite Eisfläche beibehalten werden könnte, mit einer einfachen Überdachung statt des heutigen Ballons. Das entsprechende Grundstück würde in dem Fall die Gemeinde ankaufen, die auch den Wiederaufbau abwickeln wird. <BR /><BR />„Die Provinz hat einen Beitrag in Höhe von 50 Prozent der Kosten zugesagt“, sagt Volgger. Er hofft aber auch auf einen Beitrag aus dem Recovery Fonds, dem staatlichen Wiederaufbaufonds. Jener für Sportstätten wurde laut Volgger noch nicht für Ansuchen geöffnet.<BR /><BR />Unmittelbar nach dem Einsturz der Halle dokumentierte Lukas Siller mit einer Drohne das verheerende Ausmaß der Zerstörung. Hier ist <a href="https://dashboard.jwplayer.com/p/yf9iXpmR/media/D9ZRy9iE" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">das Video</a>. <BR /><BR /><BR /><BR />