Freitag, 06. August 2021

Feuer in Griechenland wüten weiter: Stromausfälle in Athen

Die Waldbrände in Griechenland und der Türkei wüten weiter - vor allem die Lage nahe Athen spitzte sich zu, auch Stromausfälle wurden vermeldet. Seit den Morgenstunden fachten starke Westwinde die zahlreichen Feuer in Griechenland am Freitag an, am Nachmittag nahm deren Stärke weiter zu. Nördlich der Hauptstadt wurden Menschen mehrerer Ortschaften aufgerufen, die Region zu verlassen. Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis schwor die Bürger auf harte Tage ein.

In Griechenland wüten weiter zahlreiche große Waldbrände.
In Griechenland wüten weiter zahlreiche große Waldbrände. - Foto: © APA/AFP / LOUISA GOULIAMAKI
In der Türkei wird den zehnten Tag in Folge gegen die schwersten Waldbrände seit Jahren gekämpft. Besonders betroffen sind die süd-und westtürkischen Küstenregionen Antalya, Marmaris, Bodrum und Milas. In Milas verschlangen die Flammen in der Nacht mehrere Viertel, die zuvor evakuiert worden waren. Mindestens acht Menschen kamen in der Türkei schon ums Leben. Zwei Großbrände in der türkischen Urlaubsregion Antalya sind nach offiziellen Angaben unter Kontrolle.

Wegen der unkontrollierten Waldbrände im Norden von Athen fällt in der griechischen Hauptstadt zunehmend der Strom aus. Bereits am Donnerstag war in der betroffenen Region vorsorglich ein Verteilerknoten abgeschaltet worden. Der staatliche Netzbetreiber kündigte am Freitagmittag an, einzelne Athener Stadtteile vorübergehend und planmäßig vom Netz zu nehmen, um die Versorgung insgesamt aufrechtzuerhalten zu können. In einem Vorort der griechischen Hauptstadt Athen wurde indessen ein 38-Jähriger von einem umstürzenden Strommast getötet, berichtete das Krankenhaus, in dem er behandelt wurde.

56 Brände

Der griechische Zivilschutz-Chef Nikos Chardalias informierte unterdessen über 56 aktive Brände im ganzen Land. Nördlich von Athen breitete sich das Feuer in Richtung der Gemeinde Marathon aus, die Evakuierung von weiteren 13 Siedlungen laufe. Chardalias konnte keine Entwarnung geben; stattdessen rechnet die Feuerwehr am Nachmittag mit noch stärkeren Winden. In der Region ist die Sicht derzeit wegen der Rauchentwicklung stark eingeschränkt; Videos in sozialen Netzwerken dokumentieren zahlreiche Explosionen von brennenden Lager- und Produktionshallen sowie von Gasflaschen in brennenden Häusern.

Vor Gefahren wegen der Luftverschmutzung warnte die Chefin der Pneumologischen Klinik des Athener Krankenhauses Sotiria, Nina Gaga. „Gehen Sie nicht aus dem Haus“, warnte sie. Normale Schutzmasken gegen Corona helfen nicht. Wer ausgehe, müsse sich mit einer Maske vom Typ P95 und höher schützen, sagte die Ärztin.



apa