Montag, 15. Mai 2017

In Südtirol leben 47.000 Ausländer aus 135 Nationen

Der Ausländeranteil in Südtirol ist im Vergleich zum Vorjahr mit 0,7 Prozent geringfügig angestiegen. Der Anteil der ausländischen Staatsbürger an der Gesamtbevölkerung bleibt mit 8,9 Ausländern je 100 Ansässige unverändert. Dies ergeben die Bevölkerungsdaten des Landesinstituts für Statistik (Astat).

In Südtirol leben 47.000 Ausländer aus 135 Nationen
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In Südtirol leben 47.000 Ausländer aus 135 Nationen - Foto: © shutterstock

Die ausländische Wohnbevölkerung stammt größtenteils aus Europa, ist jung und lebt vorzugsweise in den städtischen Gemeinden, so die komprimierte Kurzfassung des Astat.

Ausländer weisen, so die Statistiker weiter, eine überdurchschnittlich hohe Geburtenrate und eine relativ geringe Sterberate auf, während die Wanderungsbilanz im Jahr 2016 zum dritten Mal in Folge negativ ausfällt. 

Nicht berücksichtigt wurden bei der Zählung Bürger aus Nicht-EU-Staaten, die sich ohne gültigen Rechtstitel in Italien aufhalten.

Seit 3 Jahren minimale Zunahme

Analysiert man die Zahlen über einen längeren Zeitraum, lässt sich feststellen, dass sich die Anzahl der ausländischen Wohnbevölkerung in den letzten 2 Jahrzehnten in etwa verfünffacht hat.

Seit 3 Jahren nimmt der Anteil der in Südtirol ansässigen ausländischen Bevölkerung allerdings nur mehr minimal zu.

Hohe Geburtenrate – Niedrige Sterberate

Die ausländische Wohnbevölkerung weist eine rege Geburtenentwicklung auf: Die Geburtenrate liegt derzeit bei 15,8 Lebendgeborenen je 1000 Einwohner, bei den Inländern sind es 9,9.

Der Hauptgrund für die deutlichen Fertilitätsunterschiede ist der beträchtlich höhere Anteil von ausländischen Frauen im fruchtbaren Alter (knapp 61 Prozent), bei einheimischen Frauen liegt der Anteil bei knapp 42 Prozent.

Strukturbedingt ist auch die geringe Mortalität. Die Sterberate liegt bei 2,2 Todesfällen je 1000 Einwohner, während sie im Vergleich dazu bei den Inländern 8,7 beträgt.

Negative Wanderungsbilanz

2016 fällt die Wanderungsbilanz der ausländischen Bevölkerung zum dritten Mal in Folge negativ aus, die Anzahl der Abwanderungen im übersteigt jene der Zuwanderungen.

Die Quote der Ausländer an der Gesamtbevölkerung Südtirols bleibt bei knapp 9 Prozent.

Dieser Wert übersteigt sowohl den Ausländeranteil Italiens, der im Jahr 2015 bei 8,3 Prozent lag, als auch den EU-Durchschnitt von 7,2 Prozent, rechnet das Astat vor.

Großteil der Migranten lebt in Bozen

Mit Stichtag 31. Dezember 2016 lebt etwa ein Drittel aller in Südtirol ansässigen Ausländer (15.315 Personen) in Bozen. In Meran sind es 6.352 (13,6%) und in Brixen 2.117 (4,5%).

Die altersmäßige Verteilung der in Südtirol wohnhaften Ausländer unterscheidet sich deutlich von jener der einheimischen Bevölkerung. Während bei den Inländern anteilsmäßig die mittleren Jahrgänge überwiegen, sind es bei den Migranten die Jüngeren. Mehr als 60 Prozent sind nämlich nicht älter als 40.

Ein Drittel der Ausländer stammt aus EU-Ländern

Menschen aus 135 verschiedenen Ländern leben derzeit in Südtirol. Dadurch wird die kulturelle Vielfalt der Südtiroler Gesellschaft immer facettenreicher.

15.697, ein Drittel aller in Südtirol ansässigen Ausländer, kommen aus einem der 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union.

Fast 40 Prozent der hier ansässigen EU-Bürger stammen aus dem deutschsprachigen Raum, mehr als 30 Prozent entfallen auf die europäischen Staaten, die nicht zur EU zählen, während 18,6 Prozent der Migranten aus Asien und rund 13 Prozent aus 13 aus Afrika stammen.

Albaner größte Einwanderergruppe

In der Rangliste der Herkunftsländer nimmt Albanien mit rund 5400 Personen den ersten Platz ein. Es folgen Deutschland mit etwa 4400 und Marokko mit ungefähr 3500 Personen. Zusammen stellen diese 3 Gruppen fast 30 Prozent aller Einwohner ausländischer Nationalität.

Man kann davon ausgehen, dass mindestens 35 Prozent aller Einwanderer Muslime sind und etwas mehr als 5 Prozent einer orientalischen Religion angehören.

Mehr Frauen als Männer

Während in den 90er-Jahren ein deutlicher Männerüberschuss bei den Ausländern verzeichnet werden konnte, war ihr Geschlechterverhältnis um die Jahrtausendwende relativ ausgewogen.

Seit 2007 sind die Frauen in der Überzahl, auch 2016 stellen sie mit 53 Prozent mehr als die Hälfte der ausländischen Wohnbevölkerung.

Zuzug aus demografischer Sicht Chance

„Der Zuzug junger Menschen, die rege Geburtenentwicklung sowie die geringe Sterblichkeit bei der ausländischen Wohnbevölkerung können aus demografischer Sicht als Chance gewertet werden, da damit der stetigen Alterung der Südtiroler Gesellschaft entgegengewirkt wird“, schließt das Astat seinen Bericht.

Dieser „Verjüngungseffekt“ habe weitreichende soziokulturelle und wirtschaftliche Auswirkungen auf das Bildungssystem, den heimischen Arbeitsmarkt sowie auf die Sozialfürsorge und Altersversorgung.

stol

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