Montag, 02. November 2020

In Südtirol wird mehr getestet

Südtirol verfügt über neue Testkapazitäten. „Mehr als 100 Hausärzte und rund 25 Kinderbasisärzte haben sich bereit erklärt, Antigen-Schnelltests durchzuführen. Das ist ein gutes Drittel meiner Kollegen“, sagt Dr. Eugen Sleiter Amts- und Hausarzt in Dorf Tirol. Ganz genau gezählt, seien es 137 Haus- und Kinderärzte, die dem Sanitätsbetrieb bei den Testungen zur Hand gehen wollen, präzisierte gestern Florian Zerzer, Generaldirektor des Sanitätsbetriebs.

In Südtirol wird ab Montag noch mehr getestet.
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In Südtirol wird ab Montag noch mehr getestet. - Foto: © shutterstock
„Wenn jeder nur zwischen 15 und 20 Tests pro Tag schafft, verdoppeln wir die Testkapazität des Sanitätsbetriebs. Doppelte Schlagkraft, das ist doch einmal eine gute Nachricht. Wir sind damit die erste Region italienweit, die auf freiwilliger Basis diese Tests macht, und es soll auch freiwillig bleiben. Denn manche Kollegen haben keine geeigneten Räumlichkeiten oder zählen wegen des Alters bereits zur Risikogruppe“, sagt Dr. Eugen Sleiter.

Und wer wird von diesen Haus- und Kinderärzten getestet? „Grundsätzlich die eigenen eingeschriebenen Patienten. Aber es ist auch so geregelt, dass Patienten mit Notwendigkeit sich bei der Landesvormerkstelle melden können und dann über den Hygienedienst einen Testtermin bei einem Hausarzt bekommen, der freie Testfenster hat“, sagt Dr. Sleiter. Genau das sei die Bitte des Sanitätsbetriebs an die Hausärzte, dem Betrieb die „Slots“ mitzuteilen, in denen sie Zeit haben zu testen. „Damit wir Patienten aktiv hinschicken können“, sagt Florian Zerzer. Pro Test werden jedem Haus- und Kinderarzt 20 Euro als Extraleistung rückvergütet. Wenn der Arzt das Testmaterial zur Verfügung stellt, zahlt der Sanitätsbetrieb 25 Euro.

„Diese Covid-Krise ist ein Stresstest nicht nur für Hausärzte und Sanitätsbetrieb, sondern auch für die Gemeinden. Bürgermeister sollen sich bei den Hausärzten melden, ob sie geeignete Räumlichkeiten haben, in denen Tests durchgeführt werden können und uns zudem etwaige Sekretariatskräfte zur Verfügung stellen können“, appellierte der Tiroler Hausarzt an die Gemeindevertreter. „Wir haben schon viel Resonanz von den Gemeinden bekommen“, lobt Zerzer.

Die Antigen-Schnelltest-Offensive soll heute beginnen. Dr. Sleiter hat mit den Antigen-Schnelltests schon länger begonnen. „Allein am Samstag habe ich 22 Patienten getestet, 7 davon waren positiv. Alle aus Sinich und Meran-Stadt. In Meran und dem Burggrafenamt gehen die Infektionen rapide hinauf. Und in dieser Krisenzeit ist kein Platz für politische Spielchen in der Gemeinde Meran. Wir brauchen einen Bürgermeister und einen Ausschuss als Ansprechpartner und nicht einen Kommissar von außen, der das Gebiet nicht kennt. Es ist Zeit, dass die Politiker Verantwortung übernehmen“, so Dr. Sleiter.

Für den Meraner Raum sehe er, Dr. Sleiter, die alte Krankenpflegeschule als eine nahezu ideale Test-Stätte. „Dieses Gebäude hat unterschiedliche Ein- und Ausgänge. Hier könnten Hausärzte aus Meran und dem Burggrafenamt Tests durchführen, deren Praxis dafür nicht geeignet ist“, sagt der Tiroler Hausarzt.

lu