Gleich fällt einem Hildas liebevolle Art und ihr sonniges Wesen auf. „I bin kuen Kind der Traurigkeit!“, sagt sie. Die 67-Jährige wohnt in Schluderns, auf dem Hof ihres verstorbenen Mannes. Die Besitzverhältnisse waren immer schon schwierig, doch Hilda betont: „Aufgeben wor mir immer schon zu uenfoch! Noch dunkelster Nocht, werd wieder Tog.“ <h3> Auf Kirchtagen funkte es</h3>Hildas Lebensweg begann am Sonntag, 8. März 1959. Sie behauptet, ihr Glück komme daher, dass sie ein Sonntagskind sei. Aufgewachsen ist sie auf dem Spanglerhof in Mals. An ihre Kindheit denkt sie gerne, trotz strenger Arbeit. Hilda war ein richtiger Wirbelwind. „I bin di oanzige gwedn, de geterft hot 3 Johr Kindrgortn giehn“, mit der Vermutung, sie sei ihrer Mutter zu anstrengend gewesen. Sie machte die Ausbildung zur Verkäuferin. Mit 18 Jahren ging sie nach Bibione, um Italienisch zu lernen: „I wer sicher net nervös, wenn a Italiener unleitet.“ Hilda war viel auf Kirchtagen unterwegs, so wie Alfred. Sie kamen ins Gespräch und wurden schließlich ein Paar. <BR /><BR />Eine Zeit lang arbeiteten sie im Gadertal: Alfred als Koch und Hilda im Geschäft. 1987 heirateten sie und Hilda zog zu Alfred auf den Hof. Nach 15 Jahren Verkäuferin mit Passion, wurde sie Bäuerin mit Passion. Im selben Jahr kam Barbara zur Welt, ein Jahr später Petra. Die Arbeit am Hof machte Hilda nichts aus. Sie ist eine Frau der Taten, sie schaut nicht gerne zu. Ihr war und ist auch heute noch wichtig, dass sie sich auskennt, denn: „Wer viel fragt, der wird weit gewiesen!“ <h3> Sie würde Alfred immer wieder heiraten</h3>So machte Hilda 1998 einen 3-jährigen Lehrgang Bäuerin als Unternehmerin in der Fürstenburg. Das war das Beste, was ihr passieren konnte, sagt Hilda, sie hat viel gelernt. Alfred und Hilda erweiterten den Hof mit dem Kauf einiger Grundstücke. So hatten sie neben den Kühen auch Apfelwiesen zu bewirtschaften. Sie wollten vom Hof leben können, und für die Kinder da sein: 1990 kam noch David zur Welt, 1993 Martina und 2000 Fabian. Alfred war ein liebevoller Vater, sagt Hilda, sie würde ihn immer wieder heiraten. Er war auch ein guter Arbeiter, hatte stets Ideen und setzte diese mit viel Freude um. <BR /><BR />Steine legte ihnen aber Hildas Schwiegervater in den Weg, der Veränderungen am Hof nicht duldete. Mit der Zeit merkte Hilda, dass Alfred müde und schwach wurde. Schließlich die Diagnose: Darmtumor. Trotz Bestrahlung und Operation verstarb er im Oktober 2016. Hilda fühlte sich wie betäubt, die Zeit war sehr schwer für sie. Auch der Alltag am Hof war eine Belastung, doch das Vieh musste versorgt werden. Das gab ihr Struktur im Alltag. „Des hot mir geholfen, die Zeit zu überstiehn.“ <h3> „In uns Frauen steckt viel Kraft“</h3>Auch für die Kinder war der Tod des Vaters schwierig. Besonders für David, er sollte ja den Hof übernehmen. Gemeinsam meisterten sie alle Aufgaben am Hof. 2021 entschied sich Hilda dazu, das letzte Vieh zu verkaufen. „Es braucht ein Auskommen mit dem Einkommen“, sagt sie. Ihr fiel es nicht leicht, aber es war an der Zeit. Inzwischen kümmert sich hauptsächlich David um den Hof und so hat Hilda Zeit zum Lesen, Rad zu fahren und für ihre 5 Enkelkinder. <BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1294308_image" /></div> <BR />Auch der Garten bereitet ihr Freude, sie sammelt Kräuter und macht Tees. Hildegard ist sehr umweltbewusst, Milch und Fleisch besorgt sie direkt beim Bauer und auf Plastik verzichtet sie. Ihr größter Wunsch ist heuer die Hofübergabe zu gut zu meistern: ein Jahr voller Freude und Veränderungen, und den Hof endlich als Davidn-Hof eintragen lassen. Man muss loslassen können, rät Hilda. „Trotz des Schmerzes nicht die Haltung verlieren und Vertrauen zu sich selbst haben, das erleichtert vieles. In uns Frauen steckt viel Kraft.“<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/suche/datum/Schicksalsgeschichte" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier lesen Sie weitere Schicksalsgeschichten von Bäuerinnen.</a>