Montag, 30. Juli 2018

In Vorarlberg leidet jede zweite Alm am Wasserknappheit

Die anhaltende Trockenheit in Vorarlberg macht vor allem den Almbauern zu schaffen. Zahlreiche Almen werden deshalb seit etwa 3 Wochen zwei Mal wöchentlich bis täglich mit Wasser versorgt. „Jede zweite Alm in Vorarlberg leidet an Wasserknappheit, manche stark, manche weniger“, sagte Karin Steurer von der Landwirtschaftsabteilung des Landes am Montag auf APA-Nachfrage.

Die anhaltende Trockenheit in Vorarlberg macht vor allem den Almbauern zu schaffen. Im Bild die Neuberg Alm in Vorarlberg. - Foto: Facebook/Neuberg Alm
Die anhaltende Trockenheit in Vorarlberg macht vor allem den Almbauern zu schaffen. Im Bild die Neuberg Alm in Vorarlberg. - Foto: Facebook/Neuberg Alm

Betroffen von Wassermangel sind vor allem niedrigere Flächen im Rheintal, Walgau, dem Vorderen Bregenzerwald und im Großen Walsertal. Das Wasser werde auf die Alpen geflogen, von der Feuerwehr oder sogar von Milchwagen gebracht, so Steurer. Von einer kleinen Alpe im Rheintal sei das Vieh bereits ins Tal getrieben worden. Das Problem sei aber vor allem der Futtermangel, sagte der Geschäftsführer des Alpwirtschaftsvereins Vorarlberg, Christoph Freuwies, gegenüber der APA.

„Aufgrund der Trockenheit ist das Gras nicht nachgewachsen“, erklärte er. In anderen Jahren könne das Vieh 2 bis 3 Mal auf derselben Wiese weiden, heuer sei das nicht möglich, ergänzte Steurer. „Das Hauptproblem der Landwirte ist, dass es auch nicht hilft, die Tiere ins Tal zu bringen. Auch dort ist das Futter knapp“, machte Freuwies deutlich. Das Vorarlberger Vieh weidet auf den Alpen, während die Bauern im Tal das Grünland für die Heuproduktion für den Winter nutzen.

Futter für den Winter 

„Viele Tiere müssen aber jetzt schon mit dem ernährt werden, was für den Winter vorgesehen ist“, wirft Steurer ein Folgeproblem auf. Unterstützung für die geplagten Bauern bietet das Land etwa bei der Nach- beziehungsweise Neuaussaat von Gräsern, auch die Transportkosten für Wasser und Futter werden bezuschusst. Zudem können Bauern ihre gemeldeten Mähtermine ändern, falls sie das Gras schon jetzt benötigen.

„Für die Landwirte ist die Trockenheit in diesem Jahr finanziell eine große Herausforderung“, weiß Freuwies. Auch der Sommer 2003 sei sehr trocken gewesen. „Dass die Trockenheit aber so früh beginnt und so lange dauert, ist ungewöhnlich“, sagte der Geschäftsführer des Alpwirtschaftsvereins. Glücklicherweise gebe es aber auch Almen, denen es „ganz gut“ gehe. Vor allem in höher gelegenen Regionen habe „die gute Schneelage im Winter den Boden gut mit Wasser versorgt“. In höheren Lagen regne es auch eher als im Tal.

apa

stol