Samstag, 07. Oktober 2017

Inbetriebnahme der neuen Seilbahn nach Vöran

In 5 Minuten von Burgstall nach Vöran: Mit der Inbetriebnahme der neuen Seilbahn hat Vöran ein neues Wahrzeichen bekommen, so Bürgermeister Egger bei den Feierlichkeiten am Samstag.

In 5 Minuten werden nun die 900 Höhenmeter von Burgstall nach Vöran bewältigt. - Foto: Petra Kerschbaumer
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In 5 Minuten werden nun die 900 Höhenmeter von Burgstall nach Vöran bewältigt. - Foto: Petra Kerschbaumer

Zeitgleich mit der Inbetriebnahme der neuen Struktur wird das alte „Bahndl“ stillgelegt, das von der Firma Hölzl 1958 erbaut worden war und seither zuverlässig seinen Dienst versah.

9,3 Millionen Euro und ein Jahr Bauzeit

Der Start des neuen Projekts liegt nun beinahe ein Jahrzehnt zurück. Unter Bürgermeister Alfons Alber wurde 2010 schließlich der Grundsatzentscheid zur neuen Bahn getroffen. Es folgten Jahre, die für Planung und Finanzierung vonnöten waren, bis 2016 mit den Bauarbeiten begonnen werden konnte.

9,3 Millionen Euro hat die neue Struktur gekostet, davon gehen 90 Prozent zu Lasten des Landes. Mit der neuen Anlage ist es möglich, 360 Personen pro Stunde zu befördern, die Fahrzeit wurde von acht auf fünf Minuten verkürzt. Die Trasse ist insgesamt 2109 Meter lang (915 Höhenmeter), im Einsatz sind zwei großflächig verglaste Kabinen, in denen je 35 Menschen Platz finden, und die mit einer Geschwindigkeit von 10m/sec unterwegs sind (etwas weniger als 40 km/h).

Auch Fahrräder können jetzt sicher transportiert werden. Durch ein Doppeltragseil-System ist die neue Seilbahn besonders stabil, sodass sie auch bei starkem Wind fahren kann. Darüber hinaus ersetzt eine neue, 44 Meter hohe Stütze die fünf alten Pfeiler aus Beton.

Umweltfreundliche und nachhaltige Mobilität

„Eine Seilbahn ist ein Verkehrsmittel, das in der Lage ist, umweltfreundliche und nachhaltige Mobilität zu gewährleisten. Eine Seilbahn ist ein Teil der Mobilität in Südtirol. Es wird Verkehr vermieden, die Mobilität verlagert“, unterstrich Landesrat Florian Mussner die Bedeutung der neuen Struktur. Er verwies auch auf die Wichtigkeit der Vernetzung, um eine optimale Erreichbarkeit zu gewährleisten.

Viele Bergläufer und Mountainbiker

Eine Besonderheit der Vöraner Bahn hob der Bürgermeister noch hervor. "Wir zählen mehr Tal- als Bergfahrten", so Egger. Dies sei vor allem auf die vielen Bergläufer zurückzuführen. „Auch an die zahlreichen Bergläufer haben wir gedacht. Im Gebäude gibt es Duschen, die kostenlos zur Verfügung stehen“, so Gufler zu den Ausführungen von Berg- und Talstation, die von den Architekten Martin Willeit und Johannes Niederstätter von WNArchitects realisiert wurden. Eigene Radständer in der Bahn sollen den vielen Mountainbikern Rechnung tragen.

Mit dem Betrieb der neuen Seilbahn werde eine neue Epoche eingeläutet, so auch Doppelmayr-Projektleiter Albert Gufler.

Projekt noch nicht vollendet

Die Seilbahn ist Teil des öffentlichen Transportsystems, was bedeutet, dass man den Südtirol Pass verwenden kann. Die Talstation der Seilbahn ist an die Buslinie Bozen-Meran angebunden und bildet gleichzeitig das neue Mobilitätszentrum der beiden Dörfer Burgstall und Vöran.

Noch ein Jahr werden die Bahnnutzer sich gedulden müssen, bis das gesamte Projekt vollendet ist, bat der Bürgermeister um Nachsicht - auch in Anbetracht der Realisierung des Mobilitätszentrums in Burgstall.

An der Talstation wird noch eine Parkgarage mit rund 50 Autostellplätzen gebaut, der Parkplatz im Freien wird Platz für 56 Autos bieten. Ein Aufzug, der die Talstation mit der Haltestelle der Autobuslinie Meran-Bozen verbindet, ist dagegen schon in Betrieb. An der Bergstation sind 30 Stellplätze vorgesehen, darüber hinaus soll hier auch eine Möglichkeit zum Halten und Umkehren für einen Citybus geschaffen werden.

stol/bet

stol