Sonntag, 19. Juli 2020

Indigener Häuptling Raoni ins Krankenhaus eingeliefert

Der Häuptling Raoni Metuktire, international bekannt für seinen Einsatz gegen die Abholzung des Amazonas-Gebiets und für die Rechte der indigenen Völker, ist in Brasilien ins Krankenhaus gebracht worden.

Raoni setzt sich vor allem gegen die Abholzung des Amazonas-Gebiets und für die Rechte der indigenen Bevölkerung ein.
Raoni setzt sich vor allem gegen die Abholzung des Amazonas-Gebiets und für die Rechte der indigenen Bevölkerung ein. - Foto: © APA/afp / CARL DE SOUZA
Der Gesundheitszustand des 90-Jährigen habe sich zuletzt
nach dem Tod seiner Frau verschlechtert, berichteten brasilianische
Medien am Samstag.

In einem Internet-Post des Instituto Raoni hieß es, er sei zunächst
aus seinem Dorf in indigenem Gebiet in ein Krankenhaus in der Stadt
Colíder gebracht worden. Weil dort die Behandlungsmöglichkeiten
nicht ausgereicht hatten, wurde er nach Sinop im Norden des
Bundesstaates Mato Grosso geflogen.

Nur ungern ins Krankenhaus eingeliefert worden


Wie sein Enkel der Zeitung „Folha de S. Paulo“ sagte, sei Raoni
wegen der Corona-Pandemie nur ungern ins Krankenhaus gekommen. Er wurde zwar negativ auf das Coronavirus getestet, leidet aber nach
Angaben des Instituto Raoni unter Verdauungsblutungen. Medien
berichteten, er sei in Depressionen verfallen.

Der Menschenrechts- und Umweltaktivist vom Volk der Kayapó traf in seinem Kampf für das Amazonas-Gebiet unter anderem den Sänger Sting und Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron. Der brasilianische
Präsident Jair Bolsonaro, der die wirtschaftliche Ausbeutung
Amazoniens befürwortet und Einmischung von außen ablehnt, nannte
Raoni deshalb „Handwerkszeug ausländischer Interessen“; Raoni sagte, Bolsonaro habe kein gutes Herz. Im vergangenen Jahr war er für den Sacharow-Preis des Europaparlaments nominiert worden.

dpa

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