„Dieser Abend sollte eigentlich ein Fest sein, doch er wurde zu einem Alptraum“, sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard. Bei dem Brand in der Bar „Le Constellation“ verloren laut Polizeiangaben über 40 Menschen ihr Leben, rund 100 weitere wurden größtenteils schwer verletzt.<BR /><BR />Im Kanton selbst waren die Krankenhäuser nach dem Inferno überlastet. Die Notaufnahme im wichtigsten Krankenhaus in Wallis war voll, Verletzte wurden am Donnerstag in verschiedene Spitäler der Schweiz gebracht. Mehr als ein Dutzend Opfer kamen in die auf Brandverletzungen spezialisierte Zürcher Uni-Klinik. Die Uni-Klinik Lausanne, ebenfalls auf Brandopfer spezialisiert, nahm demnach 22 Verletzte auf. Andere Verletzte wurden auch nach Genf gebracht.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1256340_image" /></div> <BR />Die Ermittler schließen einen Anschlag nach Zeugenbefragungen und ersten Ermittlungen aus, wie der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler, bei einer Pressekonferenz sagte. Die Explosionen, von denen Anrainer berichteten, hätten sich erst nach dem Brandausbruch ereignet. Das gegen 1.30 Uhr ausgebrochene Feuer habe bei seiner Ausbreitung eine Verpuffung ausgelöst, sagte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer. Er berief sich dabei auf Zeugenaussagen und erste Ermittlungen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1256343_image" /></div> <BR />Zwei Augenzeuginnen sagten dem französischen Sender BFMTV, das Feuer sei durch Kerzen verursacht worden. Der italienische Botschafter in der Schweiz spekulierte über einen Feuerwerkskörper. Nach Angaben der Behörden ist aber bisher unklar, wie es zu der Katastrophe gekommen ist. Es werde Zeit brauchen, den genauen Ablauf zu rekonstruieren.<h3> Opfer auch aus dem Ausland</h3>Den Behörden zufolge stammen einige Opfer mit hoher Wahrscheinlichkeit aus dem Ausland. Weitere Angaben machten sie mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen und aus Rücksicht auf die betroffenen Familien zunächst nicht.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1256346_image" /></div> <BR />Anlaufstellen für Angehörige werden eingerichtet, so der Kommandant. Auch psychologische Betreuungsangebote werden geschaffen, um Familien zu unterstützen und Informationen bereitzustellen.<h3> Unglück in mondänem Ferienort</h3>Crans-Montana liegt im Kanton Wallis und gilt als mondäner Ferienort mit vielen Prominenten. Berühmtester Einwohner war James-Bond-Schauspieler Roger Moore (1927-2017). Der Ort auf etwa 1.500 Metern Höhe hat ein großes Skigebiet. Ende Jänner finden dort auch Rennen des Ski-Weltcups statt.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1256349_image" /></div> <BR />Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Auf rund 10.000 Einwohner kommen rund 2.600 Hotelbetten und hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland.