Donnerstag, 18. März 2021

„Innehalten.Gedenken.Ermutigen“: Gedenktag für Corona-Opfer

Am heutigen Donnerstag, 18. März, wird in Südtirol und in Italien der Opfer der Corona-Pandemie gedacht. Unter dem Leitmotiv „Innehalten.Gedenken.Ermutigen – Ein gemeinsames Erinnern an die Corona-Verstorbenen“ rufen Südtiroler Organisationen und Institutionen dazu auf, gemeinsam Momente des Erinnerns zu schaffen. Bischof Ivo Muser hat im Bozner Dom einen Gottesdienst gefeiert.

Ein Licht der Hoffnung brannte im Bozner Dom am Gedenktag für die Opfer der Pandemie.
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Ein Licht der Hoffnung brannte im Bozner Dom am Gedenktag für die Opfer der Pandemie. - Foto: © Diözese
Beim Gedenkgottesdienst für die Opfer der Corona-Pandemie hat Bischof Ivo Muser am Donnerstagvormittag eine Kerze für alle Corona-Verstorbenen entzündet.

In seiner Predigt sprach der Oberhirte von der Hoffnung in dieser schwierigen Zeit: „Gläubige Menschen sind Menschen der Hoffnung. Mit dieser Hoffnung beten wir heute für die mehr als 1000 Menschen aus Südtirol, die mit oder am Coronavirus gestorben sind, für alle Corona-Toten Italiens, Europas und der ganzen Welt. Dabei geht es nicht um namenlose Zahlen, sondern um konkrete Menschen mit ihrer Lebensgeschichte, mit den Beziehungen, in denen sie standen, mit den Spuren, die sie gelegt haben und uns zum Weitergehen hinterlassen. Wir drücken unsere Nähe all jenen aus, die um einen lieben Menschen trauern.“

„Nahe sind wir allen, denen es nicht mehr möglich war, sich von den eigenen Angehörigen zu verabschieden und sie auf ihrem letzten irdischen Weg zu begleiten. Das tut weh und hinterlässt Wunden. Diese leidvolle Erfahrung kann uns allen helfen, wieder zu entdecken, wie wichtig menschliche Nähe und Gemeinschaft sind – gerade auch in der Annahme des Todes und der vielen Fragen, die er aufwirft“, so Bischof Muser.



Weiters sagte der Bischof, dass dieser Gedächtnistag Mut machen soll zu einer anderen Art der Ansteckung: Jener, die durch die Hoffnung übertragen wird und die von Herz zu Herz geht: „Diese Hoffnung hilft uns, dass diese Corona-Pandemie auch zur aufrüttelnden Chance werden kann, zum Anlass für ein bewusstes Innehalten, für eine Kehrtwende, für ein Nein zu einem oberflächlichen 'Nur weiter so'. Das setzt voraus, dass wir nicht einfach zur Normalität vor der Krise zurückkehren wollen, sondern dass wir gemeinsam an einer in der Krise verwandelten und gereinigten Normalität unseres Lebens und unseres Zusammenlebens arbeiten.“

Kerze für die Corona-Toten

Nach den Fürbitten hat Bischof Muser eine Kerze für die Corona-Toten an der Osterkerze entzündet. Dabei sagte er: „Im Licht dieser Kerze nehmen wir unsere Trauer um liebe Menschen in unsere Gebete, damit unsere Schmerzen geheilt werden. Wir nehmen unsere Tränen in unsere Gebete, damit sie verwandelt werden in Dankbarkeit und Freude. Im Licht dieser Kerze und im Gedenken an unsere Verstorbenen rücken wir zusammen. Wir wissen: Ein Licht leuchtet in der Nacht. Und weckt die Hoffnung auf ein Morgen.“

Anschließend hat Bischof Muser die brennende Kerze an das Grab des seligen Josef Mayr-Nusser gestellt.

Glockenläuten und Kerzen in den Fenstern

Am Abend des heutigen Gedenktages läuten ab 19 Uhr alle Kirchenglocken in der Diözese für 5 Minuten. Zugleich sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, Kerzen ins Fenster zu stellen im Gedenken an die Opfer der Pandemie. Unterlagen für einen Moment des Innehaltens und Gedenkens zuhause gibt es auf der Website der Diözese.


In Südtirol haben neben der Diözese zahlreiche andere Organisationen und Institutionen dazu aufgerufen, gemeinsam Momente des Erinnerns zu schaffen.

„In einem kollektiven Gedenkmoment wollen wir an die Verstorbenen erinnern, gleichzeitig wollen wir aber auch nach vorne schauen. Die Pandemie kann nur gemeinsam überwunden werden, indem jeder an seiner Stelle verantwortungsbewusst handelt und entscheidet“, betonte Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Das Land Südtirol wird an diesem Tag im Gedenken an die Verstorbenen die Flaggen am Sitz der Landesregierung in Landhaus 1 auf Halbmast setzen. Vor dem Sitz des Landtages werden Kerzen entzündet.



Die Mitarbeiter der Hospizbewegung, der Dienststelle Pfarrcaritas und Freiwilligenarbeit den Südtiroler Pfarreien haben vorgeschlagen, m morgigen Freitag „Räume der Erinnerung“ zu schaffen. In diesen kann die Gemeinschaft ihre Verbundenheit und ihr Gedenken zum Ausdruck bringen, indem sie ein weiße Schleifen an eine Pflanze bindet, eine Kerze anzündet, eine Blume, einen Stein niederlegt, das Foto eines Menschen aufstellt, der uns verlassen hat.

Darüber hinaus lädt die Caritas bis Palmsamstag jeden ein, ein Profilbild in den sozialen Medien mit dem Motto „innehalten.gedenken.ermutigen“ als Zeichen der Verbundenheit mit den Familien zu teilen, die einen geliebten Menschen verloren haben.

Auch der Verband der Seniorenwohnheime Südtirols, der Seniorenbund und der Südtiroler Jugendring beteiligen sich aktiv am heutigen Gedenktag.

pho