Den Antrag für eine beratende Volksbefragung hat ein Promotorenkomitee in der Gemeinde Innichen eingereicht. In diesem finden sich „Frauen und Männer, Jung und Alt, unterschiedlichen Parteien zugehörig“, schreibt Rosmarie Burgmann. <BR /><BR />Ziel sei es, „die Bürgerinnen und Bürger über eine so einschneidende, irreversible Baumaßnahme entscheiden zu lassen.“ Geht es nach dem Promotorenkomitee, soll sich die Bevölkerung dafür aussprechen, dass das Projekt im Osten des Dorfes – also der Hochwassertunnel mit Umfahrungsstraße und direkter Anbindung der Straße nach Sexten an die Pustertaler Hauptstraße – sofort umgesetzt wird und das Projekt im Westen – also der Kreisverkehr samt Brücke über die Bahngeleise – vorerst ausgesetzt wird. „Wir sind der Meinung, dass es das Projekt im Westen nur mehr kleiner oder gar nicht braucht, wenn das Verkehrsprojekt im Osten verwirklicht ist“, erklärt Burgmann. <h3> Volksbefragung ist nicht bindend</h3>Ob die Volksbefragung, die nur beratenden Charakter hätte und damit nicht bindend für die Entscheidungsträger wäre, überhaupt stattfindet, entscheidet ein Richterkollegium, das laut Landesgesetz zur Direkten Demokratie über die Zulässigkeit von Volksabstimmungen befindet. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1005509_image" /></div> Bürgermeister Klaus Rainer bezweifelt, dass eine örtliche Volksbefragung über Verkehrsprojekte von Landesinteresse für zulässig erklärt wird. Ganz generell findet er die Fragestellung „nicht fair“, weil man 2 Verkehrsprojekte gegeneinander ausspiele. „Es geht hier nicht um ein Entweder-oder, sondern beide Projekte sollen gebaut werden, und beide Projekte sind in der Planung und Projektierung schon so weit fortgeschritten, dass man daran nicht mehr zweifeln kann“, sagt Rainer. Der erste Schritt sei die neue West-Einfahrt samt Kreisverkehr und Bahnüberführung, die von der Landesregierung in den Bauleitplan der Gemeinde eingetragen wurde (siehe digitale Ausgabe) und wofür Geldmittel aus dem Olympiafonds bereitstehen. Daher ist mit einer Fertigstellung vor 2026 zu rechnen.<h3> Das Dorf rückt zusammen</h3>„In 7 bis 8 Jahren realisierbar“ sei die Osteinfahrt mit Hochwassertunnel, die 50 Millionen Euro kosten werde, im 10-jährigen Landeshaushalt aufscheine und EU-weit Pilotcharakter habe, weil es ein Straßenprojekt sei, das gleichzeitig ein Dorf vor Hochwasser schütze. „Und als dritter Schritt käme die Südumfahrung, die beide Verkehrsprojekte verbindet. Damit würde die Pusterer Hauptstraße, die derzeit durchs Dorf führt, zur innerörtlichen Straße, und die beiden Ortsteile dies- und jenseits der Straße rücken zusammen.“ Und Innichen bekäme endlich jene Umfahrung, welche die meisten Gemeinden im Pustertal schon hätten, so Rainer.