Dienstag, 19. Januar 2016

Innichen: Wohnhaus des Zwiglhofes abgebrannt

Ein Raub der Flammen: Der Zwiglhof nahe Innichen ist am Dienstagabend in Brand geraten. Einige Gebäude des Hofes konnten die Feuerwehren retten, das Wohnhaus jedoch fiel dem Feuer zum Opfer.

Während das Wirtschaftsgebäude intakt blieb, brannte das Wohnhaus vollständig aus. - Foto: Karl Rauter
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Während das Wirtschaftsgebäude intakt blieb, brannte das Wohnhaus vollständig aus. - Foto: Karl Rauter

Als erste Feuerwehr wurde gegen 18.45 Uhr die Freiwillige Wehr von Innichen zum Einsatz alarmiert. „Großbrand“, hieß es da bereits. Wenige Minuten später wurden weitere Wehren des Feuerwehrbezirks Oberpustertals angefordert: Die Freiwillige Feuerwehren von Sexten, Toblach, Vierschach und Winnebach rückten aus. Der Bauernhof befindet sich auf einer Höhe von 1500 Metern am Innichberg hoch über Innichen.

Zunächst wurde gemeldet, das Futterhaus stünde in Flammen. Beim Eintreffen der Wehren wurde jedoch sofort klar: Es ist das Wohnhaus, das brennt. 

Wasser aus Schwimmbad für Löscharbeiten

Als die Wehrmänner am Einsatzort eintrafen, fanden sie schwierige Bedingungen vor. Die Löscharbeiten gestalteten sich überaus schwierig – auch aufgrund der Kälte. Am Dienstagabend wurden in Innichen und Umgebung -14 Grad gemessen. Das Wasser gefror, die Wege wurden rutschig.

Das nötige Wasser für die Löscharbeiten holten die Feuerwehren aus einem Hydranten, aus einem kleinen Bach sowie aus dem Schwimmbad eines Hauses, das in der Nähe des Zwiglhofes steht.

 

Foto: Stefan Baur  

 

Bereits nach rund einer Stunde hatten die Wehrmänner den Brand unter Kontrolle. Doch damit war der Einsatz noch lange nicht vorbei. Die ganze Nacht kämpften die Feuerwehrmänner gegen die Glutnester, die teilweise schwer zugänglich waren und gefunden werden mussten. 

Auch um 7 Uhr am Mittwoch waren noch vier Männer im Einsatz, die weiterhin Nachlöscharbeiten tätigten. "Wir werden wohl noch den ganzen Vormittag hier sein", erklärt der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr von Innichen, Hannes Furtschegger.

Das Holzgebäude war im Rahmen eines schonenden Ausbaus auf Klimahaus-Standard gebracht worden. Dazu wurden Dämmungen und Gipsplatten eingebaut, die nach dem Brand weiterschwelten. 

"Das Wohnhaus ist nicht mehr bewohnbar. Aber wir haben es geschafft, das Wirtschaftsgebäude und das Holzvergaserkraftwerk zu retten", zieht Furtschegger Bilanz.

Vier Personen ins Spital gebracht

Unterdessen mussten vier Personen ins Krankenhaus von Innichen gebracht werden. Drei hatten einen Schock oder leichte Verletzungen erlitten, eine Person erlitt einen schweren Schock und Kreislaufprobleme, sie wurde vom Notarzt ins Spital gebracht.

 

Das Wohnhaus brannte vollständig aus - Foto: FFW Winnebach

 

Brandstiftung kann ausgeschlossen werden

Während also die Männer der Freiwilligen Feuerwehr verbissen gegen die Flammen kämpften, wurden auch die Männer der Berufsfeuerwehr Bozen von den Carabinieri zum Schauplatz gerufen. Sie sollten die Brandursache ermitteln.

Wie Offizier Roland Meraner am Mittwochmorgen STOL gegenüber erklärt, sei die genaue Ursache noch nicht geklärt, eines jedoch sei sicher: "Brandstiftung oder eine grobe Fahrlässigkeit können auf jeden Fall ausgeschlossen werden." Viel wahrscheinlicher ist, dass ein technischer Defekt den Brand verursacht hat.

Bietet Urlaub auf dem Bauernhof an

Der Zwiglhof ist ein Familienbetrieb. Seit seiner Restaurierung im Jahr 2007 ist der Bauernhof als "Alpine Resort" auch für Gäste geöffnet. 

stol

stol