Ein Lichtleiterdraht – der bisher weltweit nur an 8 Zentren im Einsatz ist – soll künftig etwa bei Katheter-Behandlungen verwendet werden. „Das ist ein Benefit für die Patientinnen und Patienten und für das Personal“, betonten gestern die beiden Klinikdirektorinnen in einer Aussendung.<BR /><BR />Begleitende Bildgebung, wie beispielsweise eine Computertomografie, sei nämlich laut den „tirol kliniken“ und der Medizinischen Universität Innsbruck für die Operateure während Kathetereingriffen zur Orientierung im Körper überaus wichtig. Die Unverzichtbarkeit dieser Bilder habe bisher aber auch bedeutet, dass Patienten und OP-Personal Röntgenstrahlung ausgesetzt gewesen seien.<h3> „Es erleichtert uns die Arbeit“</h3>Der mit Glasfaser gefüllte Draht „Lumi Guide“ funktioniere hingegen anders. Dieser werde mit verschiedenen Kathetern verbunden und über einen Adapter an den Monitor angeschlossen. Das Lichtsignal werde „in ein Bild übersetzt“ und in Echtzeit auf den Monitor übertragen. Zusammen mit beispielsweise zuvor aufgenommenen CT-Bildern ergebe sich dadurch eine „3D-Ansicht“. „Das ist von Vorteil für die Sondierung, also wenn wir den Katheter in die einzelnen Gefäßabgänge führen. Es erleichtert uns die Arbeit“, erklärt die Direktorin der Universitätsklinik für Gefäßchirurgie an der Med Uni Innsbruck, Sabine Wipper.<BR /><BR />Auch ermögliche „Lumi Guide“ etwa „strahlungsfreie Katheter-Trainings“ für Chirurgen: „Wir haben dafür ein eigenes Trainingsmodell entwickelt.“ In der OP-Praxis bedeute dessen Einsatz zudem, dass sich mit der dadurch möglichen 3D-Ansicht „Kathetermaterial sparen“ ließe, da besser eingeschätzt werden könne, welchen „Katheter wir brauchen“, so Wipper.<h3> Optimistischer Blick in die Zukunft</h3>In Zukunft soll das Einsatzgebiet des Lichtleiterdrahtes aber noch breiter aufgestellt sein. So plant Elke Gizewski, Direktorin der Universitätsklinik für Radiologie an der Medizinischen Universität Innsbruck, beispielsweise dessen Verwendung bei Eingriffen bei Lebertumoren, bei denen Patienten einen künstlichen Verschluss von Blutgefäßen erhalten.<BR /><BR />Für die Zukunft gibt sich Gizewski insgesamt optimistisch, was die Funktion und Bedeutung von „Lumi Guide“ betrifft. „Ich weiß nicht, ob die Technologie irgendwann die Durchleuchtung komplett ersetzen wird, große Teile aber bestimmt. Das ist das, woran wir jetzt forschen“, betont Gizewski.