Montag, 29. Mai 2017

Innovative Bekämpfung der Kirschessigfliege

Das Versuchszentrum Laimburg und die Freie Universität Bozen haben mit der Entwicklung eines Hefelockstoffverfahrens gegen die Kirschessigfliege begonnen.

Aufgrund der hohen Vermehrungsrate kann die Kirschessigfliege erhebliche Ernteverluste verursachen.
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Aufgrund der hohen Vermehrungsrate kann die Kirschessigfliege erhebliche Ernteverluste verursachen. - Foto: © LPA

Das Versuchszentrum Laimburg befasst sich seit dem Jahr 2011 mit der Kirschessigfliege und möglichen Bekämpfungsstrategien. Methoden wie Pflanzenschutzmittel (z. B. Spinosad), Massenfang mit auf dem Markt verfügbaren Köderfallen, Einnetzung oder der Einsatz einheimischer natürlicher Gegenspieler sind im Test, zeigten aber nur beschränkt Erfolg.

Im Projekt DROMYTAL entwickeln die Forscher nun ein innovatives Köderverfahren, das auf einem Hefelockstoff beruht.

Frühere Studien des Versuchszentrums Laimburg weisen darauf hin, dass verschiedene Hefearten das Vermehrungspotenzial und das Eiablageverhalten der Drosophila-Weibchen beeinflussen. In der wissenschaftlichen Literatur gibt es zudem Hinweise, dass flüchtige Hefestoffe anziehend auf die Kirschessigfliege wirken.

Diese Erkenntnisse werden nun zusammengeführt und ein Hefelockstoff entwickelt, dem ein geeignetes Insektizid zugesetzt wird, das den Schädling auf gezielten Flächen anlockt und tötet, erklärt Silvia Schmidt, Expertin für invasive Schädlinge am Versuchszentrum Laimburg und Leiterin des Projekts. Idealerweise sollten die Früchte dabei nicht behandelt werden. 

Das Projekt ist im Dezember 2016 angelaufen und auf drei Jahre ausgelegt; finanziert wird es aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung EFRE mit einem Budget von insgesamt 880.000 Euro.

Die aus dem asiatischen Raum eingeschleppte Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) hat seit ihrem erstmaligen massiven Auftreten in Südtirol im Jahr 2011 große Schäden verursacht. Besonders betroffen sind das Stein- und Beerenobst (vor allem Kirschen, Erdbeeren, Himbeeren, Marillen, Zwetschgen, Heidelbeeren) und Trauben der lokalen Rotweinsorte Vernatsch.

lpa/stol

stol