<BR />Er sei „definitiv nicht schuldig“, erklärte der Nordtiroler vor Richter Andreas Fleckl und den Schöffen mehrfach und betonte, sich die Anschuldigungen der Staatsanwaltschaft gegen seine Person nur äußerst schwer erklären zu können. <h3> Angeklagter bereits 20 Mal vorbestraft </h3>Im Zuge der Ermittlungen waren DNA-Spuren des Angeklagten auf Handschuhen gefunden worden, die schließlich zur Verhaftung des sich derzeit in U-Haft befindlichen Mannes führten. <BR /><BR />„Ich gebe immer wieder Kleidung weiter“, sagte der schon über 20 Mal vorbestrafte 68-Jährige, der bereits einmal eine Haftstrafe verbüßt hatte, zu diesem Faktum. Das sei jedenfalls auch der wahrscheinlichste Weg, wie seine DNA auf die Handschuhe, die beim Überfall verwendet worden waren, gekommen sein könnten. Mit ebenjenen Handschuhe hatte der Täter damals in die Kassenlade der Bankfiliale gegriffen.<BR /><BR /><h3> Staatsanwalt: DNA-Spuren belasten Beschuldigten massiv</h3>Der Staatsanwalt hatte zuvor davon gesprochen, dass die DNA-Spuren den Beschuldigten jedenfalls massiv belasteten. Die Version mit der weitergegebenen Kleidung sei hingegen absolut nicht glaubwürdig. „Dass das passierte, ist wirklich nicht stichhaltig.“ <BR /><BR />Dem widersprach der Verteidiger des Mannes im Anschluss vehement. „DNA-Spuren werden oft als Superbeweis benutzt“, sagte dieser. Neben diesem Beweis würden andere Indizien und Beweise regelrecht verblassen, etwa solche, die gegen die Schuld des Angeklagten sprächen. <BR /><h3> Dem Angeklagten drohen bis zu 20 Jahre Haft </h3>„Die Bankangestellte schätzte den Täter beispielsweise bei ihrer Einvernahme zwischen 25 und 35 Jahre alt ein“, führte der Verteidiger ins Treffen. Auch die Haltung und der Gang des Mannes auf der Videoaufnahme der Bank passten nicht mit der physischen Verfasstheit seines Mandanten zusammen. Dem Angeklagten drohten bis zu 20 Jahre Haft.<BR /><h3> Täter flüchtete mit E-Scooter</h3>Der bewaffnete Überfall hatte sich am 26. Juli gegen 8 Uhr ereignet. Auf Englisch forderte der vermummte Täter von einer Mitarbeiterin Bargeld, welche ihm schließlich einen niedrigen 5-stelligen Betrag aushändigte. <BR /><BR />Der Unbekannte flüchtete im Anschluss mit einem E-Scooter, eine Alarmfahndung verlief damals zunächst erfolglos. Nach Ermittlungen und Spurenauswertungen wurde der Angeklagte schließlich im August in seiner Wohnung in Innsbruck festgenommen und auf Anweisung der Staatsanwaltschaft in die Justizanstalt eingeliefert.<BR /><h3> Nordtirol: Seit November 2023 wurden 11 Banken überfallen </h3>Der Banküberfall war Teil einer ganzen Serie von Banküberfällen im Bundesland Tirol seit Ende 2023. Seit November desselben Jahres wurden bereits 11 Institute überfallen. Der 68-Jährige soll laut Ermittlern „nur“ für den Überfall in der Innsbrucker Reichenau in Frage kommen. <BR /><BR />Mit der Verhandlung am Mittwoch steht bereits der zweite mutmaßliche Bankräuber aus dieser Serie vor Gericht. Ein anderer Täter – er hatte im August eine Bank in der Nordtiroler Gemeinde Mieders überfallen – wurde im Dezember rechtskräftig zu 6 Jahren unbedingter Haft verurteilt.