Montag, 26. September 2016

Innsbruck ermittelt gegen Südtirol-Aktivisten

Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Karl Außerer wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Waffengesetz – und nicht nur das.

Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Karl Außerer.
Badge Local
Die Innsbrucker Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Karl Außerer. - Foto: © D

Es soll auch um mögliche nationalsozialistische Wiederbetätigung gehen. „Ja, es werden in diese Richtung ebenfalls Ermittlungen durchgeführt“, bestätigt Hansjörg Mayr, Sprecher der Staatsanwaltschaft Innsbruck. Das berichtet die „Tiroler Tageszeitung“ in ihrer heutigen Ausgabe.

Angeblich Hitler-Bilder im Haus

Wie berichtet, waren Anfang September bei dem Südtirol-Aktivisten, der bereits seit den 1960er Jahren in Terfens in Nordtirol lebt, Waffen gefunden worden. Die unerlaubten Waffen hatte die Exekutive im Wagen sichergestellt, das Auto war daraufhin beschlagnahmt worden (STOL hat berichtet).

Laut Tiroler Tageszeitung sollen die Ermittler im Haus selbst auf allerhand verbotene NS-Devotionalien gestoßen sein. Um welche Gegenstände es sich handelt, dazu wollte die Staatsanwaltschaft vorerst nichts sagen. Unter den sichergestellten Objekten sollen sich unter anderem mehrere Bilder von Adolf Hitler befunden haben.

Gründete Kampftruppe „Ein Tirol“

Dem heute 82-Jährigen drohen jetzt eine Anklage sowie eine Haftstrafe von 1 bis zu 10 Jahren nach dem Verbotsgesetz.

Außerer war in den 1960er Jahren Mitglied des BAS (Befreiungsausschuss Südtirol). In den 1980er Jahren gründete er dann die ominöse Kampfgruppe „Ein Tirol“, der ein Dutzend Sprengstoffanschläge in Südtirol zugeschrieben werden. Die genauen Hintergründe und Hintermänner von „Ein Tirol“ konnten aber nie ausgemacht werden.

Karl Außerer selbst war in Abwesenheit vom Bozner Landesgericht 1992 zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Aber auch in Innsbruck wurde Außerer in diesem Zusammenhang wegen Vorbereitung eines Sprengstoffanschlages zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Bereits 2004 Sprengstoff gefunden

2004 fanden Polizisten dann bei einer Durchsuchung in seinem Wagen eine kleine Menge Sprengstoff und eine Granate. Es folgte eine Anzeige wegen unerlaubten Waffenbesitzes. Außerer kam damals mit einer Geldbuße relativ glimpflich davon, der ebenfalls bei ihm entdeckte Sprengstoff funktionierte nämlich nicht mehr. 

D

stol