Donnerstag, 17. November 2016

Innsbrucker Bankkonto von Italiens Paparazzi-König beschlagnahmt

Die italienische Polizei hat mithilfe der Nordtiroler Justizbehörden ein Bankkonto und zwei Schließfächer bei der Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV) beschlagnahmt, die auf den zu fünf Jahren Haft verurteilten italienischen Skandal-Fotografen Fabrizio Corona zurückgeführt wurden.

Fabrizio Coronas Innsbrucker Bankkonto wurde beschlagnahmt.
Fabrizio Coronas Innsbrucker Bankkonto wurde beschlagnahmt. - Foto: © LaPresse

Insgesamt wurden 843.000 Euro konfisziert, berichteten italienische Medien.

Der Vorwurf lautet auf illegalen Geldtransfer ins Ausland. Der 41-Jährige, der im Oktober verhaftet worden war und sich in einer Mailänder Strafanstalt befindet, soll das Geld in Innsbruck deponiert haben, um den italienischen Fiskus zu umgehen.

1,7 Millionen Euro in bar waren versteckt in einer Wohnung von Coronas Managerin gefunden. Die Frau, die für Corona Geld illegal nach Innsbruck gebracht und dort das Bankkonto eröffnet haben soll, wurde ebenfalls verhaftet. Das Geld soll der populäre Fotograf mit Auftritten in Diskotheken und in Lokalen sowie mit exklusiven Interviews und der Veröffentlichung einer Biografie lukriert haben.

Das Oberste Gericht in Rom hatte Corona 2013 letztinstanzlich zu fünf Jahren Haft verurteilt. Dutzende Prominente waren von dem Fotografen und seinen Komplizen erpresst worden. Corona hatte italienischen Sportlern, Politikern und TV-Sternchen gedroht, unliebsame Fotos von ihnen zu veröffentlichen, falls sie ihn nicht bezahlten

Der Paparazzi-Skandal war 2007 aufgeflogen. Corona war bereits zuvor wegen versuchter Erpressung und Besitzes gefälschter Banknoten verurteilt worden. Zu den Opfern zählten unter anderem der Ex-Fußballstar David Trezeguet, der bei einer Einvernahme vor dem Staatsanwalt zugegeben hatte, 20.000 Euro für 20 kompromittierende Fotos mit einem Model bezahlt zu haben.

apa

stol