Montag, 06. Februar 2017

Innsbrucker Bankräuber wohl auch in der Schweiz tätig

Neben dem Überfall auf die Filiale einer Bank in Innsbruck Mitte Jänner dürften noch weitere Taten auf das Konto zweier verhafteter Italiener gehen.

Die beiden Italiener, die unter anderem eine Bank in Innsbruck ausgeraubt haben, sollen auch für andere Banküberfälle verantwortlich sein.
Die beiden Italiener, die unter anderem eine Bank in Innsbruck ausgeraubt haben, sollen auch für andere Banküberfälle verantwortlich sein.

Die beiden Männer sollen Anfang Dezember 2016 eine Bank und kurz vor Weihnachten eine Tankstelle in der Schweiz überfallen haben, teilten die italienische und österreichische Polizei am Montag bei einer Pressekonferenz am Brenner mit.

Der erste Überfall in der Schweiz ereignete sich laut Exekutive am 5. Dezember in Molinazzo di Monteggio in unmittelbarer Grenznähe zu Italien. Der Überfall blieb aber beim Versuch – die automatische Schließung der Kassen in der Bank verhinderte den Raub. Die mutmaßlichen Täter im Alter von 48 und 43 Jahren waren dabei mit einem in Italien gestohlenen Auto in die Schweiz gekommen. Nach der Tat fuhren sie damit sofort wieder über die Grenze und stiegen in ein anderes Fahrzeug um.

Auch in Como tätig

Auf dieselbe Art und Weise operierten die Verdächtigen am 20. Dezember, als sie eine Tankstelle im Grenzbereich nahe Como überfielen. Die Polizei ermittelt bei dieser Tat auch wegen Geiselnahme gegen die Männer, weil sie die Betreiberin der Tankstelle und Kunden in ein Zimmer sperrten.

Die beiden Italiener hatten die Filiale der Raiffeisenbank im Innsbrucker Stadtteil Hötting am 11. Jänner überfallen. Einer der beiden hatte eine Faustfeuerwaffe bei sich und bedrohte damit einen Angestellten. Zudem wurde ein Bankbediensteter durch einen Faustschlag ins Gesicht leicht verletzt. Die Täter erbeuteten Bargeld in Höhe eines fünfstelligen Betrages und flüchteten dann zu Fuß.

In Frankreich festgenommen

Wenige Tage nach dem Überfall in Nordtirol wurden sie schließlich in Arlay im französischen Departement Jura festgenommen. Auf die Spur der Männer kam die Polizei unter anderem durch die „private Wahrnehmung“ eines Cobra-Beamten, der die Verdächtigen einen Tag vor dem Überfall in einem Innsbrucker Restaurant gesehen hatte, schilderte der stellvertretende Leiter des Tiroler Landeskriminalamts, Christoph Hundertpfund, bei der Pressekonferenz am Montag. In Folge konnte das italienische Kennzeichen ihres Autos festgestellt werden.

Hundertpfund lobte die „hervorragende grenzüberschreitende polizeiliche Zusammenarbeit“ in diesem Fall. Zudem sei auch die rasche Ausstellung eines europäischen Haftbefehls äußerst hilfreich gewesen.

Italiener weiterhin in U-Haft

Die beiden Italiener seien nach dem Überfall in Innsbruck zweimal kontrolliert worden, hieß es. Zu diesem Zeitpunkt seien die Ermittlungen aber noch nicht ausreichend weit gediehen gewesen und die Informationen aus Italien noch nicht vorgelegen. Eine der beiden mutmaßlichen Täter war erst im vergangenen Oktober aus der Haft entlassen worden. Er war wegen eines Raubüberfalles eingesessen.

Die Italiener befinden sich derzeit in Innsbruck in Untersuchungshaft. Derzeit warte man noch auf die in Frankreich konfiszierten Gegenstände. Ein großer Teil der Beute wurde sichergestellt, die in Innsbruck verwendete Tatwaffe laut Hundertpfund bis jetzt nicht.

apa

stol