Montag, 11. Januar 2016

Innsbrucks Bischof verabschiedet: Nachfolger aus Südtirol?

Mit einem Dankgottesdienst im Dom zu St. Jakob hat Bischof Manfred Scheuer am Sonntag seinen Abschied von der Diözese Innsbruck gefeiert. In seiner Predigt ließ Scheuer, der kommenden Sonntag im Mariendom in Linz in sein neues Amt eingeführt wird, seine zwölfjährige Amtszeit Revue passieren. Zu Scheuers möglichen Nachfolgern in Innsbruck zählen auch zwei Südtiroler.

Manfred Scheuer, scheidender Bischof von Innsbruck und baldiger Bischof von Linz (Foto: Diözese Innsbruck)
Manfred Scheuer, scheidender Bischof von Innsbruck und baldiger Bischof von Linz (Foto: Diözese Innsbruck)

Innsbrucks scheidender Oberhirte bedankte sich unter anderem bei jenen, die ihn „begleitet“ und ihm „ihre Freundschaft geschenkt“ haben. Zudem bat er alle um Verzeihung, denen er „Unrecht getan“ habe. Am Ende erntete er minutenlangen Applaus.

Auch Bischof Muser bei der Feier

Hunderte Gläubige waren gekommen, um sich von Scheuer zu verabschieden. Der Feier im Innsbrucker Dom wohnten unter anderem Erzbischof Nuntius Peter Stephan Zurbriggen, Bischof Ivo Muser (Diözese Bozen-Brixen), der Salzburger Alterzbischof Alois Kothgasser und Bischof Benno Elbs (Diözese Feldkirch) bei.

Von politischer Seite würdigten Landeshauptmann Günther Platter, Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und Landtagspräsident Herwig van Staa den langjährigen Bischof von Innsbruck. Nach dem Gottesdienst gab es für Scheuer einen landesüblichen Empfang und eine offizielle Verabschiedung durch Stadt und Land im Congress Innsbruck.

Mit Scheuers Amtsantritt in Linz wird der Bischofsstuhl in der Diözese Innsbruck vakant. Am Sonntag hat der scheidende Bischof seinen Dreiervorschlag für seine Nachfolge an den Beaufragten von Papst Franziskus, Nuntius Peter Stephan Zurbriggen, übergeben. An ihm ist es, in den nächsten Tagen und Wochen die Suche nach einem geeigneten Nachfolger voranzutreiben und weitere Befragungen durchzuführen. Der Nuntius wird Papst Franziskus dann einen Vorschlag unterbreiten. Bindend ist dieser für den Papst allerdings nicht.

Mehrere Nachfolge-Kandidaten im Gespräch - auch Südtiroler

Laut ORF Tirol werden in der Diözese vor allem drei Kandidaten gehandelt. Generalvikar Jakob Bürgler, Pfarrer Franz Troyer vom Seelsorgeraum Innsbruck-Allerheiligen-Kranebitten sowie Pater Martin Lintner, Provinzial der Serviten und aus Aldein. Noch ein Ordensoberer kommt als Nachfolger von Manfred Scheuer in Betracht: Bernhard Bürgler, der ältere Bruder des Generalvikars, er leitet den Jesuitenorden.

Neben Lintner wäre noch eine weitere Südtiroler-Lösung denkbar. Eugen Runggaldier, Seelsorgeamtsleiter der Diözese Bozen-Brixen, hat sich in den letzten Jahren einen guten Namen gemacht.

Es wäre also möglich, dass auch der neue Bischof der Diözese Innsbruck wieder von auswärts kommt. Scheuer kam aus Linz nach Nordtirol.

Konsultorenkollegium übernimmt

Ab Mitte Jänner übernimmt ein Konsultorenkollegium vorübergehend die kollegiale Leitung der Diözese und muss dann innerhalb von acht Tagen einen Verwalter bzw. Diözesanadministrator wählen. Der bisherige Generalvikar Jakob Bürgler werde „höchstwahrscheinlich mit dieser Aufgabe betraut“

apa

stol