Am heutigen Donnerstag, den 12. August, ist der Internationale Tag der Jugend. Dieser Tag wurde von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag der Jugend ausgerufen, um auf die Stimme, die Belange und die Initiativen der jungen Menschen auf der ganzen Welt aufmerksam zu machen und ihren bedeutenden Einsatz für das Gemeinwohl hochleben zu lassen.<BR /><BR />Im vergangenen Jahr sei der Alltag und die Möglichkeiten der jungen Menschen, sich zu entfalten und sich zu behaupten, wegen der Corona-Pandemie stark eingeschränkt worden. Die letzten 18 Monate seien für Jugendliche von großer Unsicherheit, einem Gefühl des Verlorenseins und des Fehlens von Perspektiven gekennzeichnet gewesen. Das habe in einigen Fällen sogar in Wut- und Gewaltausbrüchen gegenüber anderen oder sich selbst gemündet, heben die Südtiroler Dachverbände in einem gemeinsamen Schreiben hervor.<BR /><b><BR />Jugendliche an Entscheidungsprozessen teilhaben lassen</b><BR /><BR />Die Pandemie belaste vor allem auch die Jugendlichen. So hätten Fälle von Angst- und Schlafstörungen, Depressionen, Aggressionen, Selbstverletzungen und Suizidversuchen bei den jungen Menschen seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich zugenommen. Gerade deshalb sei es wichtig, dass die Jugendlichen wieder ihren Platz in der Welt finden. Die jungen Menschen müssten an den Entscheidungsprozessen teilhaben, denn jede Entscheidung, die jetzt getroffen werde, wirke sich unwiederbringlich auf die Zukunft aus, das unterstreichen die Südtiroler Dachverbände.<BR /><BR /> „Hören wir den Kindern und Jugendlichen zu. Und das gilt nicht nur für diese schwierige Zeit. Wir dürfen nicht vergessen, dass junge Menschen die Lunge unserer Gesellschaft sind. Mit ihren Auffassungen, ihren Überzeugungen und ihrer Leidenschaft sind sie unabdinglich für eine sich wandelnde Welt. Wir brauchen ihre unverbrauchten Ideen und ihren innovativen und frischen, aber auch bewussten Blick auf die Dinge,“ so die Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller. <BR /><BR />Den Jugendlichen müsse es daher möglich sein, ihre Meinung zu sagen und das auszudrücken, was sie gut finden, aber auch das, wo sie Handlungsbedarf sehen. So ist dieses Recht genauso wie das Grundprinzip, das Wohl des Kindes vorrangig zu berücksichtigen, in der UN-Kinderrechtskonvention verankert.<BR /><BR /><b>„Nur wenn die Jugend ihren Raum erhält, kann sie zuversichtlich in die Zukunft blicken“</b><BR /><BR />Robert Perathoner, Präsident von „netz | Offene Jugendarbeit“, meint dazu: „In der Pandemie wurden quasi sämtliche Grundrechte junger Menschen eingeschränkt. Der Vorrang des Kindeswohles, das Recht auf Leben und persönliche Entwicklung, die Achtung vor der Meinung und dem Willen des Kindes und das Recht auf Gleichbehandlung, das sind 4 Grundprinzipien der UN-Kinderrechtskonvention, die auch von Italien ratifiziert wurden und von uns als Gesamtgesellschaft selten beachtet und nicht gelebt werden.“<BR /><BR /> „Die Jugendlichen suchen sich ihre Räume, unabhängig davon, ob wir uns in einer Krisensituation befinden oder nicht. Es liegt in der Natur der Sache, dass junge Menschen Freiräume zur Entfaltung ihrer Persönlichkeit brauchen. Unsere Aufgabe ist es, sie dabei zu unterstützen, ihnen zuzuhören und sie in ihren Anliegen ernst zu nehmen. Nur wenn die Jugend wieder ihren Raum erhält, kann sie zuversichtlich in die Zukunft blicken.“, betont die Vorsitzende der AGJD Sonja Plank.<BR /><BR /><b>Nun liegt es an den Erwachsenen</b><BR /><BR />„Aus den vielen Einschränkungen mit denen die Jugendlichen in Schule, Vereinen und ihrer Freizeit konfrontiert waren, gilt es nun als Gesellschaft zu lernen, damit sich bestimmte Situationen und deren negative Auswirkungen in Zukunft nicht mehr wiederholen. Gleichzeitig sollten wir das Gute, wie den innere Antrieb der Jugend sinnstiftend aktiv zu sein und etwas bewegen zu wollen, wertschätzen und weiterentwickeln“, meint die SJR-Vorsitzende Tanja Rainer.<BR /><BR />Die Dachverbände Südtiroler Jugendring, „netz | Offene Jugendarbeit“, die Arbeitsgemeinschaft der Jugenddienste (AGJD) und die Kinder- und Jugendanwältin heben abschließend hervor, dass es nun an den Erwachsenen liege, den jungen Menschen zuzuhören und sie in aktuellen Themen stärker mitsprechen zu lassen.<BR /><BR />