So vielfältig die Welt des Internets ist, so vielfältig sind auch die Formen des virtuellen Betrugs. Wir haben uns das Phänomen genauer angeschaut. <b>von Mauro Stoffella</b><BR /><h3> TikTok: irreführend</h3>Dabei deckt die Palette das gesamte Programm ab, und die Beispiele für die Hinterlistigkeit könnten nicht raffinierter sein. So erreicht uns etwa die Meldung, dass weit mehr als die Hälfte der Finanztipps auf TikTok irreführend sind: Kanäle, in denen Influencer unter Hashtags wie #wealth (55 Millionen Aufrufe im Jänner) oder #millionaire (69 Millionen Aufrufe) Finanztipps geben, liegen im Trend.<BR /><BR />Wie eine Studie der Aktienforschungsplattform „WallStreetZen“ aber zeigt, sind 63 Prozent davon irreführend, 95 Prozent enthalten keine Risikohinweise. So gibt der Kanal „Business Women University“ den Anlagetipp, die Kreditkarte auszureizen, um eine Wohnung zu kaufen und die Schulden mit den Mieteinnahmen abzubezahlen. Andere Kanäle empfehlen, eine Firma zu gründen, um den jährlichen Familienurlaub als Geschäftsreise absetzen zu können und das zu versteuernde Einkommen durch die Scheinbeschäftigung der eigenen Kinder zu reduzieren.<h3>Risiko Onlinehandel</h3>Designer-Mode, Smartphones, Marken-Sneaker, Konzerttickets – das Internet ist ein gigantischer Online-Markt. Die Angebotsfülle weckt Begehrlichkeiten, nicht nur bei ehrlichen Kunden.<BR /><BR />Gerade in Krisenzeiten nehmen Cyberkriminalität und Online-Betrug massiv zu. So geben mehr als 60 Prozent der deutschenE-Commerce-Unternehmen an, dass die Betrugsrisiken in den vergangenen zwölf Monaten zugenommen hätten, rund jeder fünfte Onlineshop-Betreiber sprach gar von einer starken Zunahme.<BR />Der Schaden ist erheblich: Drei von vier Unternehmen bezifferten den jährlichen Umsatzverlust auf Beträge zwischen 10.000 und 50.000 Euro. Mehr als jedes fünfte Unternehmen gibt an, im vergangenen Jahr mehr als 100.000 Euro durch Betrüger eingebüßt zu haben.<BR /><BR />Dabei steht der Identitätsbetrug auf Platz eins der häufigsten Betrugsmaschen im Onlinehandel. Ein Großteil der Unternehmen hat bereits negative Erfahrungen mit Betrügern, die sich mit einer fremden Identität tarnen oder gefälschte Namens- und Adressdaten für ihre kriminellen Shoppingtouren verwenden. Mehr als 60 Prozent sehen sich zudem regelmäßig mit Kunden konfrontiert, die bestellen, ohne zu bezahlen – sei es, weil sie nicht können oder einfach nicht wollen. Auch gestohlene oder künstlich generierte Zahlungsdaten stellen ein ernst zu nehmendes Risiko dar.<h3>KI-Bilder und Videos</h3>KI trägt ebenso zum Phänomen bei. Meta habe in diesem Zusammenhang angekündigt, künftig alle Bilder und Videos, die von künstlicher Intelligenz erzeugt worden sind, eindeutig zu kennzeichnen, berichtet „The Guardian“. Darstellungen, die mit Metas eigener bilderzeugender KI erstellt wurden, tragen bereits einen Eintrag in den Metadaten und unsichtbare Wasserzeichen.<BR /><BR />Es wird an Verfahren gearbeitet, um auch andere Quellen, die bereits ähnliche Techniken verwenden, deutlicher zu markieren. In diesem Jahr wird außerdem eine Technologie getestet, mit der Inhalte gekennzeichnet werden können, die zwar von einer KI erstellt wurden, dies aber verbergen wollen.<h3>25 Millionen Dollar verloren</h3>Und auch das gibt es: Ein Mitarbeiter der Finanzabteilung eines multinationalen Unternehmens in Hongkong überwies 25 Millionen Dollar auf fünf Konten von Betrügern, nachdem er in einer „Zoom“-Konferenz mit Außenstehenden diese Anweisung vermeintlich von seinen Vorgesetzten und dem Finanzvorstand erhalten hatte. Wie die Polizei mitteilte, handelte es sich bei allen zugeschalteten Personen allerdings um sog. Deepfakes (täuschend echte Fälschungen), die auf der Grundlage von öffentlich zugänglichem Videomaterial erstellt worden waren.<h3> Zum Autor</h3><BR /><div class="img-embed"><embed id="1009412_image" /></div> <BR />Mauro Stoffella ist Verantwortlicher für den Bereich Kommunikation im Wirtschaftsverband hds.