Die Art zählt zu den 100 schädlichsten invasiven Spezies weltweit – darauf weist eine Studie der Universität Padua und des Instituts für Ozeanographie und Experimentelle Geophysik (OGS) hin. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Estuarine, Coastal and Shelf Science veröffentlicht.<BR /><BR />Als begünstigender Faktor gilt der Klimawandel: Veränderte Wassertemperaturen und Salzgehalte fördern die Ausbreitung der Art zulasten anderer Organismen. Die durchsichtige, gallertartige Meeresnuss wird meist sieben bis zwölf Zentimeter groß. <BR /><BR />Besonders Lagunen im Mittelmeerraum seien gefährdet, da sie starke räumliche und saisonale Schwankungen der Umweltbedingungen aufwiesen, erklärte Studienautor Filippo Piccardi von der Universität Padua. Die ökologischen Folgen für dieses sensible System seien noch nicht vollständig bekannt.<h3> Forscher beobachten Massenvermehrung</h3>Für die Untersuchung wurde die räumliche Verteilung der Art über zwei Jahre hinweg beobachtet und in kontrollierten Experimenten ausgewertet. Die Forscher stellten ein deutliches saisonales Muster fest, mit Massenvermehrungen im späten Frühjahr sowie zwischen Spätsommer und Frühherbst. Diese Phasen stehen demnach in Zusammenhang mit Temperatur und Salzgehalt des Wassers.<BR /><BR />Die Art „Mnemiopsis leidyi“ gilt als besonders widerstandsfähig. Sie überlebt bei Temperaturen zwischen zehn und 32 Grad Celsius sowie bei Salzgehalt von zehn bis 34 Gramm pro Liter. Nach Einschätzung der Ozeanografin Valentina Tirelli könnten die aktuellen Klimaveränderungen zunehmend günstige Bedingungen schaffen und so das Risiko gravierender Folgen für das gesamte Lagunenökosystem erhöhen.<BR /><BR />Politisch hat das Thema Reaktionen ausgelöst. Die italienische Europaabgeordnete Anna Maria Cisint sprach von einer „neuen Plage“, die schlimmer sei als der bereits problematische Blaue Krebs. Die Meeresnuss fresse nicht nur Plankton, sondern auch Larven von Fischen, Muscheln und Krebstieren. In der nördlichen Adria sei der Umsatz der Muschelfischerei zuletzt stark eingebrochen. Cisint forderte von der EU-Kommission schnelle Gegenmaßnahmen und Ausgleichshilfen.