Bei indirekten Gesprächen würden beide Delegationen in unterschiedlichen Räumen sitzen und Vermittler Nachrichten überbringen. „Mit dem Beginn der Gespräche von Islamabad heute hat der Premierminister von Pakistan, Muhammad Shehbaz Sharif, ein Treffen mit Seiner Exzellenz JD Vance, dem Vizepräsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, abgehalten“, teilte Sharifs Büro am Samstag mit. Zuvor hatte Sharif Medienberichten zufolge die iranische Delegation empfangen.<BR /><BR />Das Büros Sharifs bekräftigte, dass Pakistan sich darauf „freut, seine Vermittlung für beide Seiten fortzusetzen, um Fortschritte hin zu einem nachhaltigen Frieden in der Region zu erzielen“. Vor dem Treffen Sharifs mit der iranischen Delegation hatte das iranische Fernsehen berichtet: „Die Modalitäten für die Gespräche zwischen dem Iran und den USA werden am Ende dieses Treffens festgelegt.“ Zuvor waren Delegationen aus Teheran und Washington in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eingetroffen. Islamabad liegt drei Stunden vor Mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ). Iranischen Quellen zufolge sollen die Verhandlungen nur einen Tag dauern.<h3> Iranischer Außenminister: Völliges Misstrauen</h3>Laut dem iranischen Staatssender IRIB erklärte Außenminister Abbas Araqchi, man gehe mit „völligem Misstrauen“ in die Gespräche und werde mit aller Kraft dafür kämpfen, die Interessen und Rechte der iranischen Nation zu sichern. Der US-Delegation gehören neben Vance auch der Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, an. Die iranische Delegation wird von Parlamentspräsident Qalibaf geleitet, ihr gehört auch Außenminister Abbas Araqchi an.<BR /><BR />Laut iranischem Staats-TV zog der Iran rote Linien für die Verhandlungen mit den USA. Demnach müssen die Nutzung der Straße von Hormuz, Reparationszahlungen, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte und eine für die ganze Region geltende Feuerpause vereinbart werden, berichtet ein Reporter. Diese Forderungen seien der pakistanischen Regierung übergeben worden.<h3> USA dementieren Freigabe eingefrorener Iran-Gelder</h3>Iranische Berichte, wonach die USA der Freigabe eingefrorener Gelder in Höhe von sechs Milliarden Dollar zugestimmt hätten, wurden von amerikanischer Seite indes dementiert. Zuvor hatte ein hochrangiger iranischer Insider erklärt, die erteilte Freigabe der Mittel sei an die Gewährleistung einer sicheren Durchfahrt durch die Straße von Hormuz geknüpft. Die Meerenge ist von großer Bedeutung für den Transport von Öl und Gas der Golfstaaten an Abnehmer weltweit.<BR /><BR />Ein zweiter iranischer Insider bezifferte die Summe der in Katar gehaltenen Gelder der Islamischen Republik auf sechs Milliarden Dollar. Die Mittel stammen aus iranischen Ölverkäufen an Südkorea. Der Iran hat neben der Freigabe der eingefrorenen Mittel eine weitere Voraussetzung für die Aufnahme der Gespräche in Islamabad gestellt. Demnach muss der Libanon in die derzeitige Feuerpause mit einbezogen werden. Auch am Samstag hielten dort Kämpfe zwischen der israelischen Armee und der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz an.<BR /><BR />Die USA und Israel hatten Ende Februar Angriffe auf den Iran gestartet. Nach fünf Wochen Krieg einigten sich die Konfliktparteien am Dienstag auf eine zweiwöchige Feuerpause. In dieser Zeit soll unter Vermittlung Pakistans eine dauerhafte Friedenslösung ausgehandelt werden.