Bei einem Bombardement südwestlich von Teheran starben mindestens 19 Menschen, in der Stadt Qom im Zentrum des Landes fünf. Unter den Opfern seien auch sechs Kinder gewesen.<BR /><BR />Die israelische Armee teilte später mit, es sei am Sonntag in Teheran auch der Kommandant einer Spezialeinheit der Al-Quds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden getötet worden. Die Al-Quds-Brigaden sind die Auslandseinheit der iranischen Elitestreitmacht, deren offizielle Aufgabe es ist, im Ausland verdeckte Operationen auszuführen. Der Kommandant Asghar Bagheri sei an Angriffen beteiligt gewesen, die auf israelische und amerikanische Personen weltweit abzielten, hieß es in der Mitteilung der Armee. Er habe unter anderem auch Terroranschläge auf israelische Ziele geplant. Die Vorwürfe lassen sich nicht unabhängig überprüfen.<BR /><BR />Der Iran meldete indes einen neuen Angriff auf die Gasindustrie am Persischen Golf. Die Nachrichtenagentur Fars berichtete von mehreren Explosionen nahe einer Raffinerie in der Küstenstadt Asaluyeh in der Provinz Bushehr. Die Provinz gilt als Herz der iranischen Gasindustrie. Bereits Mitte März war sie Ziel israelisch-amerikanischer Luftangriffe.<BR />Das Gasfeld „South Pars“, das der Iran und Katar ausbeuten, ist die weltweit größte bekannte Gasreserve und liefert rund 70 Prozent der iranischen Gasversorgung. Israel hatte bereits während des Zwölftageskrieges im Juni 2025 Anlagen auf dem Gasfeld angriffen.<h3> Weiterer Raketenangriff auf Großraum Tel Aviv</h3>Bei einem weiteren Raketenangriff des Iran auf den Großraum Tel Aviv kam es nach Angaben von Sanitätern zu mehreren Einschlägen. Der israelische TV-Sender N12 berichtete von insgesamt 30 Einschlagsorten. Mindestens zwei Menschen seien verletzt worden. Der Sender zeigte Bilder von zerstörten Hausfassaden.<BR /><BR />Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, in der Stadt Ramat Gan habe es in einem zweistöckigen Gebäude erhebliche Zerstörungen gegeben. Bei einem Unfall sei eine etwa 50 Jahre alte Frau mittelschwer verletzt worden. Sie wurde auf einer zentralen Schnellstraße vom Raketenalarm überrascht. Auf der Suche nach einem Schutzraum sei sie in einen etwa vier Meter tiefen Graben gefallen.<BR /><BR />Auch im Norden habe es im Umkreis der Hafenstadt Haifa nach einem iranischen Angriff mit Streumunition rund zehn Einschlagsorte gegeben, berichtete „ynet“. Mehrere Autos seien in Brand geraten. Israelische Rettungskräfte holten nach Militärangaben zwei weitere Leichen aus einem Haus in Haifa, das bei einem iranischen Raketenangriff am Sonntag weitgehend zerstört worden war. Insgesamt wurden damit vier Personen, die unter den Trümmern verschüttet waren, tot aufgefunden.<BR />Bei den Opfern handelte es sich nach Medienberichten um ein älteres Paar, etwa 80 Jahre alt, sowie um den rund 40 Jahre alten Sohn und dessen 35-jährige Partnerin. Die schwierigen Bergungsarbeiten dauerten etwa 18 Stunden.<h3> Gemeinsame Liste strategischer Ziele mit den USA</h3>Die „Jerusalem Post“ berichtete, Israel und die Vereinigten Staaten hätten eine umfassende Liste strategischer Ziele ausgearbeitet, die im Iran angegriffen werden sollten, falls die Islamische Republik die Anforderungen des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump nicht erfülle.<BR /><BR />Trump droht seit längerem damit, iranische Kraftwerke sowie die iranische Infrastruktur anzugreifen, sollte Teheran nicht die Straße von Hormuz für den Schiffsverkehr öffnen oder einem Abkommen zustimmen. Ein Ultimatum in der Frage verschob er offenbar ein drittes Mal, auf Dienstagabend, 20.00 Uhr US-Ostküstenzeit (2.00 Uhr in der Nacht auf Mittwoch mitteleuropäischer Zeit).<BR /><BR />Die Armeen Israels und der USA hätten sich in der Frage bereits abgestimmt, schrieb die „Jerusalem Post“. Israel favorisiere Angriffe auf den Energiesektor und die nationale Infrastruktur des Iran und warte auf „grünes Licht“ vonseiten der USA. Ein israelischer Regierungsvertreter sagte der Zeitung, Angriffe auf Energieanlagen würden zum „totalen wirtschaftlichen Zusammenbruch des Iran“ führen und die Stabilität des iranischen Machtapparats erheblich schwächen.<h3> EU-Ratspräsident: Angriffe auf zivile Ziele sind „illegal“</h3>EU-Ratspräsident António Costa verurteilte angesichts der jüngsten Drohungen von US-Präsident Donald Trump im Iran-Krieg jegliche Angriffe auf zivile Ziele. „Jeder Angriff auf zivile Infrastruktur, insbesondere auf Energieanlagen, ist illegal und inakzeptabel“, erklärte Costa am Montag in Onlinediensten. „Das gilt für den Krieg Russlands in der Ukraine und das gilt überall.“<BR /><BR />Die iranische Zivilbevölkerung sei „das Hauptopfer des iranischen Regimes“, fuhr Costa fort. Sie wäre auch „das Hauptopfer einer Ausweitung des Militäreinsatzes“.<BR /><BR />Die Europäische Union fordere Teheran dazu auf, Angriffe auf Länder in der Region „unverzüglich einzustellen“ und die uneingeschränkte Durchfahrt durch die de facto gesperrte Straße von Hormuz zu ermöglichen, erklärte Costa weiter. „Nach fünf Wochen Krieg im Nahen Osten ist klar, dass nur eine diplomatische Lösung die Ursachen beseitigen kann.“<h3> Angriffe auf Golfstaaten gehen weiter</h3>Fünf Wochen nach Beginn des Iran-Krieges gehen indes die Angriffe auf die Golfstaaten weiter. In Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde nach einem Angriff auf eine Industrieanlage eine Person durch Trümmerteile eines abgeschossenen Geschosses verletzt, wie das zuständige Medienbüro am Montag auf X mitteilte. Das emiratische Verteidigungsministerium teilte am Nachmittag (Ortszeit) mit, an diesem Tag bisher zwölf ballistische Raketen, zwei Marschflugkörper und 19 Drohnen abgefangen zu haben. Dabei seien insgesamt vier Personen verletzt worden.<BR /><BR />In Kuwait wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Vormittag (Ortszeit) im Norden des Landes Geschosse aus dem Iran abgefangen und sechs Menschen durch herabfallende Trümmerteile verletzt.<BR /><BR />Auch Saudi-Arabien meldete Angriffe. Das Verteidigungsministerium teilte am Montag auf X mit, zwei Drohnen seien abgefangen worden. Der Ort wurde nicht genannt. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Athen schoss eine griechische Patriot-Batterie eine Drohne in der saudischen Hafenstadt Janbu am Roten Meer ab. Die Entsendung der griechischen Patriot-Batterie nach Janbu geht auf eine bilaterale Vereinbarung zwischen Griechenland und Saudi-Arabien aus dem Jahr 2021 zurück.<BR /><BR />Jordanien meldete darüber hinaus, neun Vorfälle, die in Verbindung mit Angriffen standen. Das Militär habe mindestens zwei Drohnen abgefangen, eine dritte sei auf jordanischem Boden gelandet. Bei den Vorfällen seien zwei Personen verletzt worden.