Freitag, 10. Dezember 2021

Islamistischer Anschlag in Hamburg verhindert

Die Hamburger Sicherheitsbehörden haben nach eigenen Angaben einen islamistischen Terroranschlag in der Hansestadt verhindert. Am 26. August habe die Polizei einen 20 Jahre alten Deutsch-Marokkaner verhaftet, sagte Innensenator Andy Grote (SPD) am Freitag. „Wir haben es hier mit einem sehr, sehr ernsthaften Vorgang zu tun.“

Der 20-Jährige stammt aus dem Umfeld derer, die die Anschläge auf das World-Trade-Center am 11. September 2001 in New York verübt haben.
Der 20-Jährige stammt aus dem Umfeld derer, die die Anschläge auf das World-Trade-Center am 11. September 2001 in New York verübt haben. - Foto: © APA (Archiv/dpa) / Friso Gentsch
Der Mann hatte den Angaben zufolge versucht, eine Pistole und eine Handgranate zu kaufen und war dabei an einen verdeckten Ermittler geraten. Bei der Durchsuchung einer von ihm genutzten Wohnung seien Chemikalien für den Bau eines Sprengsatzes gefunden worden, sagte Grote – darunter ein Kilogramm Kaliumnitrat, ein Kilogramm Schwefel und ein halbes Kilo Holzkohlestaub sowie mehrere Hundert Schrauben und Muttern. Nach Polizeiangaben hätte eine solche Bombe „erhebliche oder sogar tödlicher Verletzungen“ verursachen können.

Der 20-Jährige, der in Untersuchungshaft sitzt, sei der Sohn eines
den Hamburger Behörden seit langem bekannten Islamisten, sagte der Leiter der Staatsschutzabteilung im Landeskriminalamt (LKA), Claus Cortnumme. Der marokkanische Vater sei Mitverantwortlicher der Al-Quds-Moschee gewesen, in der sich vor den Anschlägen vom
11. September 2001 die Angehörigen der Hamburger Terrorzelle um
Mohammed Atta getroffen hatten.

2016 zog die Familie den Angaben zufolge von Hamburg-Billstedt nach Marokko, wo der jetzt Festgenommene seinen Schulabschluss machte. Im Herbst vergangenen Jahres kehrte er nach Deutschland zurück und nahm an einem Studienkolleg in Wismar teil.

dpa