von Lorenzo Baratter<BR /><BR />Schon in der Antike stand hier eine kleine Festung. 1158 wurde sie von den Truppen Kaiser Friedrich Barbarossas zerstört. Im 19. Jahrhundert machte Österreich Trimelone zum Munitionslager. Im Ersten Weltkrieg wurde die Insel zum italienischen Vorposten, im Zweiten Weltkrieg zum Pulvermagazin.<BR /><BR />Eine Episode ist bis heute kaum bekannt: In der Nacht zum 20. März 1945 fuhr Benito Mussolini von Salò mit dem Motorboot nach Trimelone, um den Journalisten Ivanoe Fossani zu treffen. Dort entstand sein letztes Interview – eher ein Monolog als ein Gespräch (Volltext: https://shorturl.at/1lm37). Wenige Wochen später wurde der Diktator am Comer See gefasst und von Partisanen erschossen.<h3> Erinnerungsort für Einheimische</h3>Nach dem Krieg blieb Trimelone gesperrt – und vor allem ein Sanierungsfall. Nach Behördenangaben wurden zwischen 2004 und 2021 aus dem Seegrund rund 100.000 Kampfmittel geborgen und vernichtet. Zudem gingen Behörden Hinweisen nach, ob Sprengstoff aus dem Umfeld der Insel – darunter TNT – in rechtsterroristische Kreise gelangte; dazu gab es laut Anfragen parlamentarische Initiativen. <BR /><BR />Für Einheimische ist Trimelone deshalb weniger Postkartenmotiv als Erinnerungsort: ein Stück See, an dem Geschichte, Altlasten und Gerüchte bis heute aufeinandertreffen.