Montag, 19. November 2018

Israel: Schwerster Masernausbruch seit 10 Jahren

In Israel sind seit Jahresbeginn insgesamt 1849 Masernfälle registriert worden. Das ist der schwerste Masernausbruch seit mehr als 10 Jahren. Mit 936 Fällen wurden die meisten Erkrankten nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Oktober erfasst. „Wir sind über den Berg“, sagte ein Sprecher am Montag. Die Zahlen gingen inzwischen zurück.

Das hochansteckende Virus kann bei schwerem Verlauf der Erkrankung gravierende Spätfolgen haben.
Das hochansteckende Virus kann bei schwerem Verlauf der Erkrankung gravierende Spätfolgen haben. - Foto: © shutterstock

Ein masernkrankes Baby war vor einigen Wochen gestorben. Nach Angaben der „Times of Israel“ war dies der erste Fall seit 15 Jahren. Das Parlament diskutiert aktuell ein Gesetz gegen das Unterlassen von Impfungen. Nach Angaben des israelischen Gesundheitsministeriums waren rund 90 Prozent der Erkrankten nicht gegen Masern geimpft.

Das hochansteckende Virus kann bei schwerem Verlauf der Erkrankung gravierende Spätfolgen haben. Die Krankheit geht mit grippeähnlichen Symptomen und später einem charakteristischen Hautausschlag einher. Sie schwächt das Immunsystem und kann in sehr seltenen Fällen tödlich enden. Gefährlich sind Masern vor allem für Säuglinge und Kleinkinder.

Nicht geimpfte Personen: Keinen Zugang zu Bildungseinrichtung 

Der nun diskutierte Gesetzesentwurf sehe unter anderem eine Strafe von umgerechnet bis zu rund 470 Euro vor, wenn Eltern ihr Kinder nicht impfen ließen, schrieb die „Jerusalem Post“. Zudem soll nach Angaben der „Times of Israel“ bei einem befürchteten Ausbruch einer Krankheit nicht geimpften Personen der Zugang zu Bildungseinrichtungen verboten werden können.

In Deutschland gab es nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in diesem Jahr bisher 524 Masernfälle, im vergangenen Jahr waren es rund 900. Israel hat mit rund 9 Millionen eine deutlich niedrigere Einwohnerzahl als Deutschland mit seinen mehr als 82 Millionen Menschen.

dpa

stol