Das schreibt die deutsche Bild-Zeitung am Donnerstag in ihrer Online-Ausgabe.Im vergangenen Dezember waren die US-amerikanische Austauschstudentin Amanda Knox, der die Presse den Übernamen „Engel mit den Eisaugen“ verpasst hat, und der Apulier Raffaele Sollecito in Perugia wegen des Mordes an Kercher schuldig gesprochen worden.Knox wurde wegen der Ermordung ihrer Mitbewohnerin zu 26, ihr ehemaliger Freund Sollecito zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden.Nun behauptet laut „Bild Online“ ein 41-Jähriger, der wegen Verbindungen zur Mafia in Haft sitzt, dass sein Bruder der eigentliche Täter sei. „Mein Bruder hat mir gegenüber gestanden, dass er Meredith getötet hat“, zitiert die Tageszeitung den Häftling, der zum Zeitpunkt des Mordes in Perugia lebte.Sein Bruder sei nach der Tat zu ihm gekommen und habe ihn gebeten, das blutverschmierte Klappmesser zu verstecken. Er habe alles unter eine Mauer hinter seinem Haus gepackt, so der 41-Jährige laut „Bild Online“.Außerdem habe sein Bruder ihm gegenüber erklärt, dass er in das Haus, in dem Kercher wohnte, eingebrochen sei, weil er Bilder stehlen wollte. „Dort gab es aber keine Bilder. Dafür fanden sie das arme englische Mädchen, das wie verrückt anfing zu schreien“, sagte der Häftling „Bild Online“ zufolge.Sein Bruder, der sich in Süditalien aufhalten soll, habe der Britin in die Kehle gestochen, „um das Schreien zu beenden“.Der 41-Jährige gab an, dass er diese Informationen dem Gericht bereits mehrfach mitgeteilt habe. Doch bislang wurde er dazu noch nie offiziell befragt, so „Bild Online“.Allerdings hofft Amanda Knox‘ Anwalt nun auf eine Wende und neue Untersuchungen im Fall seiner Mandantin.Hintergrund: Die 21-jährige britische Austauschstudentin Kercher war in der Halloween-Nacht 2007 mit durchschnittener Kehle im Zimmer ihrer Wohnung in Perugia aufgefunden wurde. Die Polizei stellte Vergewaltigungsspuren fest. Für die Staatsanwaltschaft von Perugia war die Schuldfrage sofort unbestritten: Meredith war ermordet worden, weil sie nicht an Sexspielen teilnehmen wollte. Zur Tatzeit soll Knox unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden haben. Der Ivorer Rudy Guede, der sich mit Amanda und Sollecito in der Haus des Mordes befunden haben soll, wurde zu 16 Jahren Haft verurteilt. Knox und Sollecito bestritten die Tat bis zuletzt und behaupteten hartnäckig, sich in der Mordnacht nicht am Tatort, sondern in Sollecitos Wohnung aufgehalten zu haben.