Montag, 04. Juli 2016

Ist es Peggy? Skelett von Mädchen in Thüringen entdeckt

Der Fall der seit 15 Jahren in Deutschland vermissten Peggy K. scheint geklärt. Ein am Samstag in einem Waldstück in Thüringen gefundenes Skelett stamme mit größter Wahrscheinlichkeit von dem bei ihrem Verschwinden neunjährigen Mädchen, teilte die Staatsanwaltschaft Bayreuth am Montag unter Berufung auf die rechtsmedizinische Untersuchung mit.

Die kleine Peggy wurde 2001 als vermisst gemeldet.
Die kleine Peggy wurde 2001 als vermisst gemeldet. - Foto: © APA/DPA

Auch im Bereich des Fundorts beschlagnahmte Gegenstände deuteten darauf hin. „Nach den bisherigen Erkenntnissen stammen die sterblichen Überreste höchstwahrscheinlich von der am 7. Mai 2001 verschwundenen Peggy“, hieß es in einer Erklärung.

Der Fall Peggy gehört zu den rätselhaftesten Kriminalfällen seit Jahrzehnten in Deutschland. Die Neunjährige war vor mehr als 15 Jahren auf ihrem Heimweg von der Schule verschwunden, seitdem fehlte von ihr jede Spur. Wochenlange Suchaktionen blieben damals ohne Erfolg.

Im Jahr 2014 wurde ein geistig behinderter Mann in einem Wiederaufnahmeverfahren vom Vorwurf des Mords an dem Kind freigesprochen. Zuvor war er 2004 in einem Indizienprozess zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Ermittlungen in dem Fall würden fortgesetzt, erklärte die Staatsanwaltschaft nun.

Ergebnis der Gerichtsmedizin soll Dienstag vorliegen

„Angesichts des Umfangs der Untersuchung ist nicht vor Dienstagnachmittag mit einem belastbaren Ergebnis zu rechen“, sagte der Geraer Oberstaatsanwalt Thomas Villwock am Montag auf Anfrage.

Mit Rücksicht auf die Eltern wolle er sich nicht an Spekulationen darüber beteiligen, ob der Knochenfund mit dem Fall Peggy aus Oberfranken im Zusammenhang steht: „Ich setze auf die Ergebnisse der Rechtsmedizin. Sie können Gewissheit bringen.“

apa/afp/dpa

stol