Die Frage, ob heuer ein Pilze-Sommer ist, beantwortet Experte Claudio Rossi vom mykologischen Verein Bresadola aber mit Jein. „Eine wichtige Voraussetzung für Pilze gibt es heuer ‚en masse‘ – und zwar Niederschläge“, so Rossi. Der viele Regen sei aber Fluch und Segen zugleich. Er lässt die Pilze sprießen, kühlt in höheren Lagen am Berg aber zugleich die Böden ab. Sommersteinpilze, die sonst im Pustertal auch schon im Mai und dann wieder im Oktober zu finden sind, blieben im Frühsommer aus. „Und kommen stattdessen jetzt“, sagt Rossi. <BR /><BR />Und: Wo viel Regen fällt, da haben auch Würmer Hochkonjunktur. „In niederen Lagen gab es einen Auswurf an Steinpilzen, der aber fast vollständig von wurmartigen Maden befallen waren“, sagt Rossi. Es sind die Larven von meist fliegenden Insekten, die auch schon junge Pilze befallen können.<BR /><BR />Derzeit sprießen viele Sommerpilze wie Täublinge, Zigeunerpilze und die beliebten Pfifferlinge. Auch Schirmlinge (Parasole) sind anzutreffen. „Im Friaul fand man diese heuer bereits im April“, sagt Rossi. Beweis dafür, dass der Klimawandel auch vor Pilzen nicht Halt machen. „Ging man früher Ende Juli mit den ersten Sommergewittern zum Pilzesammeln, so gibt es jetzt immer weniger fixe Zeiten“, meint Rossi.<h3> Wann darf man sammeln?</h3>Pilze dürfen bekanntlich nur an geraden Tagen zwischen 7 Uhr und 19 Uhr gesammelt werden. Wer nicht ansässig ist, muss eine Gebühr an die Gemeinde entrichten und darf nur ein Kilo Pilze sammeln. Ansässige dürfen bis zu einem Kilo pro Tag entnehmen. Pilze sind am Fundort grob zu reinigen und in einem festen, offenen, durchlüfteten Behälter zu transportieren. Pilzesammeln ist in 4 Gemeinden verboten: Karneid, Tiers, Welschnofen sowie in Bozen auf Kohlern.<BR /><BR />Apropos Gebühr: Auf Antrag von Landesrat Luis Walcher hebt die Landesregierung heute die Gebühr fürs Pilzesammeln von 8 auf 10 Euro an. „Sie war seit vielen Jahren gleich“, sagt der Leiter der Landesabteilung Forst, Günther Unterthiner. Wirklich fett macht die Teuerung das Kraut nicht. Wer wirklich über die Stränge schlägt und viele Kilogramm Pilze aus dem Wald schleppt, löst selten zuvor eine Pilzekarte in der Gemeinde. Das Land straft, doch vieles verschwindet unerkannt im Kofferraum. Schlecht ist dies vor allem, wenn Pilze zu früh (klein) geerntet oder unsachgemäß samt dem Myzel aus dem Erdreich gerissen werden.