Mittwoch, 30. September 2015

Ist niemand schuld am Zugunglück in der Latschander?

"Nicht voraussehbar" sei der Wasseraustritt aus dem Beregnungs-Ventil gewesen, das in der Folge zum Zugunglück in der Latschander mit neun Toten geführt hatte. Zu diesem Schluss kommt Supergutachter Alberto Molinari. Der Strafprozess in der Causa könnte daher mit einem Freispruch für die vier Angeklagten enden.

Über ein Beregnungs-Ventil war Wasser ausgetreten und hat den Hang ins Rutschen gebracht, der zum Unglück des Vinschger Zuges führte.
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Über ein Beregnungs-Ventil war Wasser ausgetreten und hat den Hang ins Rutschen gebracht, der zum Unglück des Vinschger Zuges führte. - Foto: © D

Das entscheidende Detail im Gutachten: Das Ventil der Beregnungsleitung sei wegen Materialversagens geborsten und nicht, weil die Wartung verabsäumt wurde. 

Wegen Letzterem angeklagt sind im Strafverfahren die Verantwortlichen des Bonifizierungskonsortiums Vinschgau, Lothar Burger und Gottfried Niedermair, der Vorsitzende der Arbeitsgruppe zur Beregnungsanlage, Armin Trafoier, und Beregnungswart Walter Pirhofer. Das Detail aus dem Supergutachten könnte nun ihren Freispruch nach sich ziehen. 

Alberto Molinari wird am 9. Oktober vor dem Landesgericht Bozen auftreten. Der Prozess soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Am 12. April 2010 war es auf der Vinschgerzug-Trasse bei Kastelbell zum fatalen Zugunglück gekommen, bei dem neun Menschen ihr Leben verloren und 28 verletzt wurden. Austretendes Wasser hatte den Hang aufgeschwemmt, bis dieser schließlich in Rutschen geriet und die Bahn mitsamt einiger Passagiere unter Geröllmassen begrub.

stol

stol