Insgesamt wurden am Dienstag 40 Durchsuchungen und 67 vorbeugende Beschlagnahmen im Rahmen einer komplexen Ermittlung im Zusammenhang mit der Vermarktung gefälschter Green Pässe in mehreren Regionen durchgeführt. Laut Angaben der Polizei hielten die gefälschten Green Pässe auch einer Kontrolle mit der entsprechenden Überprüfungs-App stand.<BR /><BR />Personen, die noch nie geimpft worden waren oder keine Abstriche gemacht hatten, konnten sich demnach Green Pässe erstellen lassen, indem sie die IT-Sicherheitskontrollen der Gesundheitssysteme Kampaniens, Latiums, Apuliens, der Lombardei, Kalabriens und Venetiens durch illegale Eingriffe umgingen.<BR /><BR />Nach dem Stand der Vorermittlungen haben über 120 Personen falsche Green Pässe gekauft. Um diese auszustellen seien die Zugangskanäle für die Apotheken, über die die Codes der durchgeführten Abstriche und Impfungen eingeben werden, ausgenutzt worden. Über verschiedene illegale Praktiken hatten sich die Täter Zugang zu den Systemen verschafft.<BR /><BR /> Zum einen wurden die Zugangsdaten mit ausgeklügelten Phishing-Techniken per E-Mail erfasst. Die Phishing-Mails simulierten die institutionellen E-Mails des Gesundheitssystems und leiteten auf eine ebenfalls falschen Webseite weiter, die jener des Gesundheitssystems genau nachempfunden war. Dort sollte man dann die entsprechenden Daten eingeben.<BR /><BR />In anderen Fällen wurden falsche Green Pässe durch internationale VoIP-Anrufdienste erzeugt. Diese waren in der Lage, die wahre Telefonnummer des Anrufers zu verschleiern und die des regionalen Gesundheitssystems zu simulieren. Dann veranlasste der angebliche Kundendienstmitarbeiter am Apparat den Apotheker, eine Fernwartungssoftware auf seinem Rechner zu installieren, die es ihm ermöglichte, die Kontrolle über den Computer zu übernehmen und so die Zugangsdaten zu den regionalen Informationssystemen zu stehlen.<BR /><BR />In weiteren Fällen, in denen für den Zugriff auf die regionalen Systeme die SPID-Anmeldeinformationen der Apotheke erforderlich waren, wurde dieses Hindernis mit ausgeklügelten Vishing- (Voice-Phishing-), Smishing- (SMS-Phishing-) Techniken und der Verwendung von geklonten Webseiten umgangen.<BR /><BR />Durch die Ermittlungen – Analyse von Verbindungsdaten, Telefonaufzeichnungen, E-Mail-Postfächern und anderen Spuren des illegalen Handels – konnte die Polizei nachweisen, dass die erwähnten kriminellen Techniken auch bei der Generierung von Super Green Pässen angewendet wurden.<BR /><BR /><b>Ein Fall auch in Südtirol</b><BR /><BR />Bisher wurden in den Provinzen Neapel, Avellino, Benevento, Caserta, Salerno, Bozen, Como, Grosseto, Messina, Mailand, Monza-Brianza, Reggio Calabria, Rom und Trient Nutzer solcher gefälschter Green Pässe identifiziert. Die Ermittlungen sind aber noch im Gange. Noch sei unklar wie viele Personen sich tatsächlich an die kriminelle Vereinigung gewandt haben, um deren illegalen Dienste in Anspruch zu nehmen.<BR /><BR />Die Durchsuchungen, die von den verschiedenen Abteilungen der Post- und Kommunikationspolizei auf dem Staatsgebiet durchgeführt wurden, betrafen 15 Personen, gegen die bereits Ermittlungen als vermeintliche Mitglieder der kriminellen Vereinigung eingeleitet wurden. Sie hatten anscheinend auch die Leitung der missbräuchlichen Zugriffe auf die Computersysteme und den daraus resultierenden Fälschungen inne. Die Ermittlungen liefen auch gegen 67 ihrer Kunden.<BR /><BR />In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium wurden die identifizierten falschen grünen Pässe deaktiviert, um eine weitere Verwendung zu verhindern. Die zu kriminellen Zwecken erstellten Internetseiten, unterlagen einer von der Staatsanwaltschaft dringend angeordneten, vorbeugenden Beschlagnahme.<BR /><BR />Die Post-und Kommunikationspolizei Abteilung Trentino-Südtirol führte 2 Durchsuchungen bei einem Mann und einer Frau im Alter von 50 Jahren durch, die jeweils in den Provinzen Trient und Bozen wohnhaft sind. Beiden wird der Besitz gefälschter Green Pässe in digitaler Form vorgeworfen. <BR /><BR />Die Personen wurden folglich wegen unbefugtem Zugriff auf ein Computersystem und Fälschung angezeigt. Die digitalen Dokumente wurden für weitere Überprüfungen und Bestimmungen vonseiten der durchführenden Justizbehörde beschlagnahmt.<BR />