In 120 Fällen waren die Opfer der Morde 2023 Frauen. Im Jahr 2022 wurden 128 Frauen getötet, 2021 waren es 122 gewesen, berichtete gestern die Erste Präsidentin des Kassationsgerichtshofs Margherita Cassano in ihrer Rede zur Eröffnung des Europäischen Jahres der Justiz. <BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="987358_image" /></div> <BR /><BR />Es sei besorgniserregend, dass von den 7 vorsätzlichen Tötungen, die heuer verübt wurden, 3 eine Frau zum Opfer hatten, sagte Cassano. Frauenmorde seien oft das tragische Nachspiel anderer Verbrechen, die Ausdruck eines gewalttätigen Verhaltens seien, wie Hausfriedensbruch, Verletzungen, familiärer Missbrauch und Stalking. Die Förderung der wirtschaftlichen Unabhängigkeit der Frauen sei von zentraler Bedeutung für die Eindämmung von Femiziden. Viele Opfer geschlechtsspezifischer Gewalt würden sich nicht zur Anzeige durchringen, weil sie von ihrem Partner finanziell abhängig seien.<h3> 2 Femizide im Jahr 2023 in Südtirol</h3>2 Gewalttaten an Frauen mit tödlichem Ausgang erschüttern Südtirol im Jahr 2023: In Meran erliegt Sigrid Gröber (39) aus Mühlwald ihren Verletzungen, nachdem sie geschlagen und getreten wurde und der Kälte ausgesetzt war, und in Schlanders wird Celine Frei Matzohl (21) mit 11 Messerstichen getötet. Beide Tatverdächtigen sind in U-Haft.<h3> Cassano zur Lage des Justizsystems</h3>Cassano sprach auch von der Lage im italienischen Justizsystem. Im Zivilbereich verringerte sich demnach die Zahl der anhängigen Verfahren bei den Gerichten um 8,2 Prozent und bei den Berufungsgerichten um 9,8 Prozent. Die durchschnittliche Verfahrensdauer verringerte sich um 6,6 Prozent in der ersten Instanz und um 7 Prozent in den Berufungsgerichten. Im strafrechtlichen Bereich konnten die anhängigen Verfahren bei den Gerichten um 13 Prozent und bei den Berufungsgerichten um 6,5 Prozent reduziert werden, erläuterte die Präsidentin des Kassationsgerichtshofes.