Samstag, 25. September 2021

Italien: 75 Frauen seit Jänner ermordet

Die Innenministerin Luciana Lamorgese hat am gestrigen Freitag die hohe Zahl von Frauenmorden in Italien beklagt. Allein seit Jahresbeginn wurden 75 Frauen getötet.

Seit Jänner wurden in Italien bereits 75 Frauen  getötet.
Seit Jänner wurden in Italien bereits 75 Frauen getötet. - Foto: © pexels
Seit Jahresbeginn wurden 75 Frauenmorde unter 182 Tötungsdelikten gemeldet. Allein zwischen August und September wurden 11 Frauen von Ehemännern oder Lebensgefährten ermordet, sagte die Innenministerin Luciana Lamorgese bei einer Konferenz in der Abgeordnetenkammer. Sie beklagte eine „Kultur der Gewalt“, die ihre Wurzeln in der patriarchalischen Organisation der Gesellschaft habe.

Frauen würden Gewalt oft nicht anzeigen. „Sie neigen dazu, das aggressive Verhalten ihrer Partner zu rechtfertigen. Wir dürfen das Phänomen nicht bagatellisieren. Wir müssen die Frauen davon überzeugen, dass es immer besser ist, sich an die Polizei zu wenden“, sagte Lamorgese. Kammerpräsident Roberto Fico betonte, Frauen seien vor allem im häuslichen Bereich von Gewalt bedroht und zwar von ihren Ehemännern, Partnern oder anderen Familienmitgliedern.

„Die Zahl der Morde bezeugt, dass Gewalt gegen Frauen eher ein strukturelles als ein akutes Phänomen ist, das auf eine Vielzahl kultureller, sozialer und wirtschaftlicher Faktoren zurückzuführen ist. Deshalb müssen wir uns fragen, inwieweit weitere Maßnahmen des Gesetzgebers notwendig sind“, sagte Fico.

In den letzten Jahren hat das Parlament Maßnahmen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt ergriffen, angefangen mit der Ratifizierung der Istanbul-Konvention im Jahr 2013 und dem Gesetzdekret zu ihrer Umsetzung. Vorgesehen ist, dass alle 2 Jahre ein außerordentlicher Aktionsplan gegen geschlechtsspezifische Gewalt herausgegeben wird, der 3 Ziele verfolgt: Prävention von Straftaten, Bestrafung der Täter und Schutz der Opfer.

apa