Dienstag, 31. März 2020

Italien bangt um Ernte-Saisonarbeiter

Die italienische Landwirtschaft ruft die EU und die Regierung in Rom dazu auf, die Freizügigkeit von Saisonarbeitskräften während der Coronavirus-Krise nicht einzuschränken. Auf den italienischen Feldern würden 200.000 Saisonarbeiter fehlen, warnte Massimiliano Giansanti, Präsident des Landwirtschaftsverbands Confagricoltura.

Italien ist  in Europa  das am schwersten betroffene Land von der Coronavirus-Pandemie.
Italien ist in Europa das am schwersten betroffene Land von der Coronavirus-Pandemie. - Foto: © APA (AFP) / MIGUEL MEDINA
Viele ausländische Saisonarbeiter seien wegen der Coronavirus-Pandemie in die Herkunftsländer zurückgekehrt. Mehrere italienische Arbeitnehmer seien am Virus erkrankt oder unter Quarantäne. „Für die italienische Landwirtschaft beginnt die Saison der Gemüse- und Obsternte. Wir brauchen sofort 200.000 Arbeitskräfte. Daher haben wir die Regierung gebeten, die Anstellung von Arbeitslosen oder Menschen auf Kurzarbeit zu erleichtern“, so Giansanti im Interview mit der Mailänder Tageszeitung „Corriere della Sera“ (Dienstagsausgabe).

In Italien würden die osteuropäischen Saisonarbeiter fehlen, die normalerweise 5 Monate im Land arbeiten. Das Problem betreffe nicht nur Italien, sondern die Landwirtschaftsproduktion in ganz Europa, in der circa 700.000 Arbeitskräfte fehlen würden.

Giansanti rief die EU-Kommission zur Einrichtung von Korridoren auf, die die Mobilität von Landwirtschaftarbeitern in der EU ermögliche. Hinzu sollten Quoten für die Anstellung von Mitarbeitern aus Nicht-EU-Ländern eingeführt werden.

Laut Giansanti besteht Gefahr, dass Landwirtschaftsprodukte teurer werden. Viele EU-Länder haben seit Beginn der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Europa Grenzkontrollen und Einreisebeschränkungen eingeführt.

apa

Schlagwörter: