Freitag, 03. Juli 2020

Italien befürchtet weiterhin starken Geburtenrückgang

Italien ist seit Jahren von einem schweren Geburtenrückgang belastet und befürchtet einen weiteren negativen Trend infolge der Coronakrise.

Italien rechnet auch wegen der Coronakrise weiterhin mit einem starken Geburtenrückgang
Italien rechnet auch wegen der Coronakrise weiterhin mit einem starken Geburtenrückgang - Foto: © shutterstock
Bis zu 10.000 Kinder weniger könnten alleine wegen der Coronavirus-Epidemie im letzten Quartal 2020 und im Jahr 2021 zur Welt kommen, geht aus einem am Freitag veröffentlichten Bericht des Statistikamts Istat hervor.

Damit würde die Zahl der Neugeborenen 2020 auf 426.000 und im kommenden Jahr auf 396.000 sinken, berichtete Istat. Ursprünglich hatten die Statistiker mit 428.000 Neugeborenen in diesem Jahr gerechnet. Italien ist seit 2015 mit einem beispiellosen Geburtenrückgang konfrontiert. 2019 kamen so wenige Kinder wie zuletzt im Ersten Weltkrieg zur Welt.

Geburtenrate seit fast 10 Jahren rückgängig


Die Geburtenrate ist in Italien seit 9 Jahren in Serie rückläufig. Mit einer durchschnittlichen Kinderzahl von 1,39 pro Frau gehört das Land zu den Schlusslichtern in Europa. Bei der Geburt ihres ersten Kindes sind die Italienerinnen durchschnittlich 31,7 Jahre alt, berichtete Istat.

Die italienische Regierung bemüht sich, gegen den Geburtenrückgang Maßnahmen zu ergreifen. So kündigte sie die Einführung von Kindergeld für alle Eltern, unabhängig von ihrem Einkommen, an.

Damit sollen Eltern ab dem nächsten Jahr Kindergeld von der Geburt bis zum 21. Lebensjahr des Nachwuchses beziehen. Für ein behindertes Kind soll das Kindergeld keine Altersgrenze vorsehen und zwischen 30 und 50 Prozent mehr betragen. Geplant sind zudem Beiträge für die Zahlung von Kinderkrippen und Kindergärten.

apa/stol

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