Montag, 16. März 2020

Italien befürchtet zunehmende Infektionen im Süden

Die süditalienischen Regionen befürchten eine zunehmende Zahl von Infektionen. Nachdem vor dem Inkrafttreten des vergangene Woche verhängten Reiseverbots viele im Norden lebende Süditaliener wieder in die Heimatregionen zurückgekehrt sind, befürchten die regionalen Behörden im Süden eine zunehmende Zahl von Erkrankungen.

Viele der süditalienischen Krankenhäuser sind im Kampf gegen  das Coronavirus nicht gut gerüstet.
Viele der süditalienischen Krankenhäuser sind im Kampf gegen das Coronavirus nicht gut gerüstet. - Foto: © ANSA / CESARE ABBATE
100.000 Personen haben schätzungsweise in den vergangenen Wochen Norditalien verlassen, um in den Süden zurückzukehren. Unzählige Ferienwohnungen sind auf Sardinien und Sizilien wieder geöffnet worden.

Einige Auswirkungen des Exodus aus dem Norden sind bereits im Süden spürbar. In der Adria-Region Apulien verdoppelte sich am Sonntag die Zahl der Todesfälle von acht auf 16, jene der Infektionen kletterte um 38 Prozent.

Angesichts der wenigen Plätze auf den Intensivstationen und der geringen Belastbarkeit der süditalienischen Krankenhäuser, könnte eine Zunahme der Epidemie problematisch werden.

„Wir sind in der Lage, maximal 2000 Infizierte und 200 Kranke auf der Intensivstation zu behandeln“, sagte der Präsident Apuliens, Michele Emiliano, laut Medienangaben. Er rief die Regierung auf, das Gesundheitssystem der süditalienischen Regionen zu unterstützen.

Wegen der zunehmenden Zahl von Infektionen wurden vier Gemeinden in der süditalienischen Region Kampanien zur Sperrzone erklärt. In Neapel wurden die Straßen entlang des Meeres kontrolliert, um zu vermeiden, dass die Bewohner die sonnigen Tage für unerlaubte Spaziergänge nutzen.

apa

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