Mittwoch, 03. Juni 2020

Italien bewegt sich wieder - Staus auf Autobahnen

Nach rund 3 Monaten mit strengen Corona-Beschränkungen darf die Bevölkerung in Italien seit Mittwoch wieder unbeschränkt zwischen den 20 Regionen des Landes reisen. Am Mittwoch kam es zu einem starken Zuwachs des Verkehrs auf den Autobahnen. Unweit von Mailand und in Ligurien wurden Staus gemeldet.

In zahlreichen italienischen Regionen kam es am Mittwoch zu erhöhtem Verkehrsaufkommen und Staus.
In zahlreichen italienischen Regionen kam es am Mittwoch zu erhöhtem Verkehrsaufkommen und Staus. - Foto: © dpa-tmn / Jürgen Mahnke
Bahnhöfe und Flughäfen berichteten von einem starken Passagierzuwachs. Im römischen Hauptbahnhof Termini wurde Passagieren die Temperatur gemessen. Die Bahnen stockten das Angebot der Züge auf der Hochgeschwindigkeitsachse zwischen Turin und Neapel stark auf. Zu Staus kam es auch im sizilianischen Hafen von Messina beim Zugang zu den Fähren, die Passagiere zum Festland in Kalabrien bringen.

Das Verlassen der eigenen Region war seit Anfang März eingeschränkt gewesen. Bisher durfte nur ausnahmsweise die Heimatregion verlassen werden. Auch Ausländer durften während der Corona-Sperren nur mit triftigem Grund einreisen, etwa wegen einer Arbeit. Seit dem heutigen Mittwoch ist es für alle Italiener und somit auch für die Südtiroler wieder möglich, sich wieder frei zwischen den Regionen zu bewegen.

150.000 Saisonarbeiter aus dem EU-Raum werden in Italien eintreffen, ohne sich einer zweiwöchigen Quarantäne zu unterziehen. Ab 15. Juni können auch Saisonarbeiter außerhalb der EU mit Arbeitsvertrag einreisen. Damit hofft Italien die Engpässe in der Landwirtschaft zu beheben, die wegen des Ausfalls von Erntehelfern aus dem Ausland infolge der Coronavirus-Epidemie entstanden waren.

Neustart für Tourismus

Italien erhofft sich jetzt einen Neustart des Tourismus. „Italien ist bereit, ausländische Urlauber in Sicherheit zu empfangen. Touristen aufzunehmen bedeutet, unsere Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen“, so Außenminister Luigi Di Maio.

Zu den Regionen, die sich viel von der Grenzöffnung erwarten, zählt Friaul Julisch Venetien. Die Region sei für Urlauber sicher. Die Infektionsrate sei so niedrig wie in den deutschen Bundesländern mit den niedrigsten Covid-19-Fällen, berichtete der friaulische Präsident Massimiliano Fedriga, am Mittwoch. Vergangene Woche hatten Touristiker in der Region Postkarten an den österreichischen Bundeskanzler Kurz verschickt, um zu versichern, dass die Region sicher und für die Urlauber gerüstet sei.

Der lombardische Präsident, Attilio Fontana, begrüßte die wiedererrungene Reisefreiheit in Italien. „Die epidemiologischen Zahlen sind positiv. Wir haben geschlossen eine schwierige Phase überwunden. Jetzt starten wir mit Entschlossenheit aufs Neue“, so Fontana.

apa/pho

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