Freitag, 03. April 2020

Italien: Bischöfe protestieren gegen Waffenproduktion

Mehrere Bischöfe aus Norditalien protestieren gegen die Fortführung der Waffenproduktion in ihrer Region. Wie die Zeitung „Il Manifesto“ am Freitag berichtete, stören sich die Bischöfe der Regionen Piemont und Val d'Aosta daran, dass die dort ansässigen international renommierten Waffenschmieden in der Coronakrise weiter betrieben werden.

Viele Bischöfe kritisieren, dass die Rüstungsindustrie in Italien Sondererlaubnis hat. (Schmuckbild)
Viele Bischöfe kritisieren, dass die Rüstungsindustrie in Italien Sondererlaubnis hat. (Schmuckbild) - Foto: © Thomas Ohnewein
Laut einem Regierungsdekret dürfen derzeit aus Seuchenschutzgründen nur „lebensnotwendige“ Güter produziert werden; eine entsprechende Sondererlaubnis liegt auch für die Rüstungsindustrie vor.

„Wir sagen Nein zur Herstellung von Waffen, besonders in dieser Zeit, in der Werkzeuge und Ausrüstung für das Leben und nicht für den Tod benötigt werden“, heißt es in einem aktuellen Schreiben der Bischöfe.

Besonders kritisch beurteilen sie ein prestigeträchtiges Kampfjetprojekt im Piemont. Dort befindet sich die einzige Produktionsanlage für die Herstellung von F-35-Kampfflugzeugen außerhalb der USA.

„Wie viele Krankenhausbetten könnten mit den Kosten eines einzigen Kampfflugzeugs beschafft werden?“, fragen die Geistlichen. Ihrer Ansicht nach wäre es sinnvoller, das für die Jets vorgesehene Geld zur Förderung der Landwirtschaft und kleiner Unternehmen in der Region einzusetzen. Aber Ministerpräsident Giuseppe Conte höre einfach nicht zu. „Offensichtlich sind Waffen für ihn 'essenziell'“, so die Kritik.

apa